Neues Konzept "Kinder früher für Musik begeistern"

Pascal Krämer Foto: privat

Kippenheim - Coronabedingt war auch bei den Mitgliedern des Musikvereins Kippenheim das Vereinsleben stark eingeschränkt beziehungsweise nahezu nicht vorhanden. Nur im Jugendbereich lief die Ausbildung, wenn möglich, unter neuen Bedingungen weiter. In der Zwangspause hat Musikvorstand Pascal Krämer vom Vorstandstrio gemeinsam mit seinem Team die musikalische Früherziehung umgestaltet. Der Lahrer Zeitung erklärt er, warum er und seine Vorstandskollegen das neue Konzept ausgetüftelt haben und die Blockflöte nach wie vor ein wesentliches Element zur Einführung in die Welt der Musik bleibt.

Herr Krämer, warum haben Sie das Konzept für die musikalische Früherziehung geändert?

Bisher war der Einstieg für Kinder ab sechs, sieben Jahren mit einem Flötenkurs, dann ging’s zwei Jahre später weiter mit Individualunterricht mit dem eigentlichen Musikinstrument. Das funktioniert heutzutage nicht mehr so. Es ist nicht wegen der Flöte, sondern weil sich der demografische Wandel auch in den Vereinen bemerkbar macht und die Konkurrenz zu anderen angebotenen Aktivitäten spürbarer wird. Achtjährige haben sich dann meist schon für ein anderes Hobby entschieden als das Spielen eines Instruments. Deshalb wollen wir die Kinder früher abholen und sie bereits vom Kleinkindalter an für die Musik begeistern. Letzten Endes geht es mit der Früherziehung auch um die spätere Zukunft unseres Vereins.

Wie wollen Sie die Kinder früher für Musik begeistern?

Mit unserem Programm decken wir nun die ganze Bandbreite von der musikalischen Frühförderung für Kinder im Alter von einem Jahr aufwärts über Musik und Tanz, dem Flötenkurs und als viertem Element das spielerische Erlernen eines Holz- oder Blechblasinstruments für Kinder ab fünf Jahren (Piccolini und Brassini) ab. Altersgerecht beginnt es beispielsweise mit gemeinsamen Klatschen und Singen von Liedern, schrittweise geht’s über Tanz und Spiel bis hin ans Instrument. Erst dann beginnt für sie der Individualunterricht. Am Konzept haben Beate Weber und Hans Burg mitgearbeitet, sie sind im Bereich Jugendförderung in der musikalischen Früherziehung sowie bei Piccolini und Brassini tätig. Die vier Elemente können flexibler gehandhabt werden und greifen ineinander über.

Kindern heutzutage wird im Sport nachgesagt, dass sie über geringere motorische Fähigkeiten verfügen und weniger bewegungsfreudig sind. Gibt es da vergleichbare Aussagen in der Musikwelt?

Nein, meines Wissens nicht. Fest steht, dass mit dem Erlernen eines Instruments kognitive und motorische Fertigkeiten sowie Eigen- und Sozialkompetenz entwickelt werden. Außerdem werden wichtige Erfahrungen für den Einzelnen in der Gruppe vermittelt. Kinder lernen im Gruppenunterricht beispielsweise auch auf den anderen bei seinem Spiel zu hören. Und weil der musikalische Unterricht in Gruppen nicht ausreicht, unternehmen wir auch sonst viel mit den Kindern, so dass sie auch das Vereinsleben kennen lernen, beispielsweise gemeinsame Aktivitäten wie Ausflüge.

Sie haben Flyer verteilt und im Mitteilungsblatt auf das neue Angebot aufmerksam gemacht. Die Kurse kosten Gebühren, warum?

Neben internen sind externe Ausbilder im Einsatz, und das sind alles ausgewiesene Musikpädagogen. Deren Einsatz kostet Geld, das der Musikverein alleine nicht aufbringen kann.

Trotz neuer Konzepte bleibt die Blockflöte ein musikalisches Einstiegsinstrument?

Sicher. Denn bei der Blockflöte kommen gleich von Beginn an Töne raus, auf ihr zu spielen ist einfach zu lernen. Ich habe Trompete gelernt und weiß, wovon ich spreche (lacht).

Infoabend baldmöglichst

Pascal Krämer ist seit vielen Jahren im Vorstand des Musikvereins Kippenheim in verschiedenen Funktionen tätig. So ist er etwa auch selbst als Ausbilder für das Spiel mit der Trompete aktiv. Seit etwa zwei Jahren ist er Vorstand Musik innerhalb eines Vorstandtrios mit Josef Kupfer und Matthias Blum. Für die neue musikalische Früherziehung ist er unter E-Mai an info@musikverein-kippenheim.de oder per Telefon 07825/879370 Ansprechpartner. Sobald es die Bedingungen unter Corona zulassen, soll ein Infoabend zur Früherziehung stattfinden. Interessierte werden persönlich angeschrieben (sofern sie sich gemeldet haben). Wann Kurse zur musikalischen Früherziehung stattfinden können, hängt von der Pandemielage ab. Weitere Informationen zum Programm des Musikvereins sind auf der Homepage unter www.musikverein-kippenheim.de zu finden.

(Fragen von Irene Bär)

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