Kippenheim Kein Umweltfonds

Eines der vielen Großprojekte, das 2021 fertiggestellt werden soll: der Schmieheimer Schlossgarten. Foto: Decoux-Kone

Kippenheim - 2021 wird in Kippenheim das Jahr der Großprojekte: Zahlreiche lange geplante Vorhaben sollen ihren Abschluss finden – und das ohne, dass die Gemeinde dafür Schulden macht. Möglich ist das durch eine Rücklagenentnahme von 8,4 Millionen Euro.

"Wir bleiben 2021 weiter handlungsfähig und müssen keines unserer langfristig geplanten Großprojekte zurückstellen", das war die zentrale Botschaft von Bürgermeister Matthias Gutbrod und den Fraktionen zum Kippenheimer Haushalt 2021, der am Dienstag einstimmig beschlossen wurde. Insgesamt sieht der 13,5 Millionen Euro starke Ergebnishaushalt ein Minus von 1,8 Millionen Euro vor. Der 12,5 Millionen starke Finanzhaushalt eines von 7,2 Millionen. Dadurch schmelzen die Rücklagen auf knapp drei Millionen Euro. Investiert werden 8,2 Millionen Euro (wir berichteten bereits).

 Bürgermeister sieht Projekte als Zukunftsinvestition

Durch das weitsichtige Wirtschaften in den vergangenen Jahren habe man sich einen Sparstrumpf aufgebaut, den man nun verkleinern müsse. "Wir schaffen damit einen großen Mehrwert für die Gemeinde, wir investieren in Bauwerke, die uns in den nächsten 40, 50 Jahren erhalten bleiben", machte Gutbrod deutlich.

Das gelte etwa für das fünf Millionen Euro teure Bürgerhaus, auf das bereits seine Vorgänger hingearbeitet hätten und das eine neue Heimat für Gemeinschaft, Vereine und Ehrenamt werden solle. Der Schlossgarten für 600. 000 bis 700. 000 Euro nehme ebenfalls konkrete Formen an und auch unterirdisch in die Kanäle würde und werde beträchtliche investiert. Nicht zu vergessen, die Kinderbetreuung, die Ehrenamtsförderung, der Verkehr mit Kreisverkehr und Umfahrung und die "Herzensangelegenheit Schwimmbad".

CDU ist dankbar für Erreichtes

Blicke man auf das zielgerichtete Arbeiten und die projektbezogene Mittelrückstellung der vergangenen Jahre könne man sich nicht beklagen, machte Carola Richter deutlich. Dass 2021 mehr als acht Millionen Euro ohne Verschuldung investiert werden könnten sei "keine Selbstverständlichkeit und kein Selbstläufer".

Zukünftig gelte es noch den ÖPNV, den Standort der Festhalle und die neuen gewünschten Bestattungsform der Friedhöfe anzupacken sowie zu überlegen, wie es nach dem Aus der Werkrealschule weitergehe. Auch den klimabedingten Umbau des Waldes müsse man im Blick behalten.

SPD ist stolz auf Solidarität der Bürger

Für 2022 wünsche man sich wieder eine ausführlichere Haushaltsbesprechung als für 2021, mahnte Julian Siefert an. Man sei stolz, wie die Gemeinde in Pandemie-Zeiten zusammenhalte und die Menschen sich gegenseitig helfen. Mit den Veränderungen in der Gemeinde, etwa den Bau des Bürgerhauses oder der Ausweisung des Baugebiets Mühlenpfad IV, hoffe man, junge Menschen im Ort zu halten.  Ohne Kreditaufnahme gehe man 2021 die Zukunft an.

Freie Wähler mahnen zur Sparsamkeit

Der Haushalt 2021 sei stark von der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Mindereinnahmen beeinflusst, erklärte Dieter Kirschbaum. Er danke dem Gemeinderat und der Verwaltung, dass man trotzdem acht Millionen Euro investieren könne.

Er mahnte aber zugleich an, den Kurs keine neuen Schulden zu machen, beizubehalten. Ob das gelinge, hänge auch von der Pandemie-Entwicklung ab. Aktuell habe man große Projekte auf den Weg gebracht, habe man in Zukunft weniger Mittel, werde man vielleicht stärker priorisieren müssen.

Info

Auf Anregung von Carola Richter war in der Sitzung davor über die Förderung von Photovoltaikanlagen mit Speichermöglichkeiten und die Einrichtung eines "Umwelt- und Nachhaltigkeitsfonds" diskutiert worden. Die Idee war bei den Räten auf großes Interesse getroffen, wird 2021 aber noch nicht verwirklicht. Man werde aber 2022 dran bleiben, versprach Richter. Schließlich werde das Thema Nachhaltigkeit in Zukunft eine immer größere Rolle bei privaten und kommunalen Bauvorhaben spielen.

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