Kippenheim Immer so, "als hätte ich für mich selbst gebaut"

Carlo Burger freut sich auf mehr Zeit für seine Hobbys. Foto: Decoux-Kone Foto: Lahrer Zeitung

Kippenheim. Sein Letzter offizieller Termin war am Dienstag, sein letzter Arbeitstag am schmutzigen Donnerstag: Carlo Burger ist nach 38 Jahren im Dienst der Kippenheimer Gemeindeverwaltung in Pension gegangen. Insgesamt war der 63-jährige 44 Jahre im öffentlichen Dienst. Langweilig dürfte es ihm im Ruhestand nicht werden. Neben der Zeit mit seiner Frau Inge, Sohn und Schwiegertochter, freut sich Burger auf mehr Sport und darauf, sich daheim in Münchweier um die Obstanlagen zu kümmern.

Burger ist gebürtiger Münchweierer. Nach der Schule zog es ihn zunächst nach Offenburg ins Landratsamt, wo er eine Ausbildung zum Verwaltungsbeamten im mittleren Dienst absolvierte. 1980 wechselte er nach Kippenheim, weil ihn dort eine "attraktive Stelle" als Kassenverwalter lockte und Kippenheim näher am Wohnort liegt. Als das Bauamt gegen Ende der 1980er-Jahre geschaffen wurde, fragte ihn der damalige Bürgermeister Willi Mathis, ob er die Leitung übernehmen wolle. Burger sagte ja. Gereizt habe ihn an den neuen Aufgaben die Vielseitigkeit mit einem Spektrum vom Kindergarten bis zum Friedhof. "Wenn ich ein Bauvorhaben bearbeitet habe, dann so als hätte ich für mich selbst gebaut", erklärt Burger.

B 3, Schule und Bebauungspläne

Nach 25 Jahren als Bauamtsleiter übernahm Burger 2014 die Leitung der Stabsstelle des Bürgermeisters mit Gebäudemanagement und Projektbegleitung. in diese Zeit fallen der Umbau der B 3 und der Umbau der Alten Schule zur Kindertagesstätte, die Einrichtung eines Parkplatzes in der Querstraße und die Umgestaltung der Poststraße. Dabei war Burger auch schon beim Neubau des Bauhofs vor gut 27 Jahren, der Seniorenwohnanlage, des Wasserhochbehälters in Schmieheim, bei der Erweiterung der Schule und beim Tiefbrunnen Kippenheim. Zudem begleitete er in den fast vier Jahrzehnten im Rathaus die Entwicklung von Bebauungsplänen in beiden Ortsteilen, unter anderem Mühlenpfad III, Selzen III, Herrenweg sowie Gewerbegebiete in Kippenheim und Schmieheim.

Welches Projekt er präferiert hat? "Jedes hat seinen Reiz" – und auch seine Probleme. Die Konfrontation hat Burger nicht gesucht, im allgemeinen Interesse sei es besser gewesen, einen Kompromiss zu finden, sagt er. Bei offiziellen Terminen stand er am liebsten abseits der Kameralinse; Burger ist ein eher stiller, ruhiger und bedächtiger Mensch, der in Kippenheim auch Freundschaften geschlossen hat. Lange Jahre hat er beim SV Schmieheim Fußball gespielt. Mit den Alten Herren steht er in Kontakt und freut sich nun darauf, endlich an den monatlichen Treffen mit Wandern und Rad fahren teilnehmen zu können. Regelmäßig ist der begeisterte Läufer bei den Silvesterläufen in Kippenheim dabei, und so soll es bleiben. Sport und die Arbeit daheim waren für ihn immer ein Ausgleich zum Bürojob.

Langweilig wird es ihm nicht werden, wenn er nicht mehr im Rathaus ist: "Es gibt genug zu tun." Das Elternhaus hat er vor Jahren mit einer Schnapsbrennerei übernommen, dem Hobby wird er sich verstärkt widmen. Dazu gehören auch die Streuobstwiesen und die Anlagen mit Spalierobst, um die sich Burger demnächst auch unter der Woche kümmern kann.

Burger geht übrigens auf Antrag in Pension, er nutzt die Chance zum Ruhestand mit 63 Jahren. Eigentlich hätte er schon zum Jahreswechsel gehen können, blieb aber bis Ende Februar. Er wollte noch verschiedene Projekte abschließen und seine Nachfolgerin Simone Brandenburger, die seit September vergangenen Jahres im Rathaus ist, einarbeiten. "Eine geordnete Übergabe war mir wichtig."

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