Kippenheim Gemeinde reagiert auf Hochwasser

Feuerwehreinsatz in Kippenheim nach dem Starkregen am 27. Juli Foto: FFW Foto: Lahrer Zeitung

Die extremen Regenfälle im Mai und Juli und die dadurch bedingten Hochwasser beschäftigen die Kippenheimer nach wie vor. Die Verwaltung macht nun Vorschläge, die die Situation bei ähnlichen Ex­tremereignissen künftig entschärfen könnten.

Kippenheim. Zweimal innerhalb von nur etwas mehr als zwei Monaten herrschte in der südlichen Ortenau – und besonders in Kippenheim – Ausnahmezustand. Am 20. Mai und am 27. Juli fiel in kurzer Zeit so viel Wasser vom Himmel, dass Kanäle und Gräben in die Knie gingen. Straßenzüge wurden zu reißenden Strömen, Keller und Wohnungen liefen voll, Bäume stürzten um. Ereignisse, die die Frage aufkommen ließen, ob die Infrastruktur unter der Erde (noch) die richtige ist.

Schon direkt nach den beiden Extremregen hatte Bürgermeister Matthias Gutbrod darauf mit einem klaren Ja geantwortet – und ist von dieser Haltung seither auch nicht abgerückt. Die Kanalnetze in Kippenheim seien "korrekt berechnet und dimensioniert", heißt es nun aus dem Rathaus. Das hätten Fachleute, darunter Wassermeister und Feuerwehrkommandant Andreas Hurst, Vertreter des Ingenieurbüros Mutter sowie des hiesigen Bauunternehmens Singler in mehreren Gesprächen bestätigt.

Im vom Hochwasser besonders betroffenen Ortskern (Poststraße, Teile der Schmieheimer Straße, des Baugebiets Am Mühlbach und der Bachgasse) sei es "in den vergangenen Jahrzehnten zu keiner Überlastung" der Kanäle gekommen. Bei beiden Starkregen seien innerhalb von 30 Minuten bis zu 50 Liter Niederschlag gefallen – was Experten als "extrem starke Regenereignisse, die statistisch gesehen nur alle 50 Jahre vorkommen", bezeichneten. Darauf seien weder das Kanalnetz in Kippenheim noch in anderen, ebenfalls betroffenen Orten ausgelegt.

Die Verwaltung weist auf "umfangreiche Maßnahmen zum Hochwasserschutz" hin, die in den vergangenen zehn Jahren in Kippenheim und Schmieheim umgesetzt worden seien (siehe Info). Weitere sollen jetzt folgen.

Mit dem Büro Mutter und der Firma Singler hat man speziell die Entwässerungsgräben im Kippenheimer Norden in den Fokus genommen. Diese würden regelmäßig vom Bauhof und von Fremdfirmen gemäht und gereinigt; aktuell finde eine größere Aktion im Bereich Meerlach statt.

Verwaltung warnt vor zu hohen Erwartungen

Vom Bauunternehmen Singler hat man ein Angebot für das Ausheben der drei Rückhaltebecken beim Baugebiet Am Mühlbach eingeholt. Einer "kurzfristigen Umsetzung" soll der Gemeinderat bei seiner Sitzung am kommenden Montag (ab 19 Uhr im Rathaus) ebenso zustimmen wie der Reinigung des Dorfbachs bis zum Parkplatz in der Querstraße sowie mehrerer kleinerer Gräben in besagtem Gebiet.

Die Verwaltung warnt im selben Atemzug aber vor zu hohen Erwartungen: "Inwieweit dies zu Verbesserungen bei Starkreigenereignissen führt, kann derzeit nicht ohne weitere Berechnungen mitgeteilt werden."

Umbau der Sportplatzstraße in Schmieheim im Jahr 2011

Zusätzliche Abläufe am Weg zwischen Sportplatz zum Hochbehälter in Schmieheim  

Umgestaltung des Dorfbachs in den Jahren 2017/18 im Bereich Im Winkel (Kosten: 220 000 Euro)

Vergrößerung des Regeneinlaufs im Häldele in Kippenheim

Umbau der Kanäle in der Spitalstraße in Kippenheim

Separate Reinigung der Durchläufe unter dem Parkplatz in der Querstraße in Kippenheim  

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