Kippenheim Fotos halten Deportation fest

Ein Bild, das in ganz Deutschland bekannt wurde: Der Abtransport der jüdischen Familie Maier aus Kippenheim zum Offenburger Bahnhof.Foto: Fischer Foto: Lahrer Zeitung

Kippenheim (red/jg). Christoph Kreutzmüller spricht am Mittwoch, 21. Oktober, ab 19 Uhr, einen Tag vor dem 80. Jahrestag der Deportation der badischen Juden in das Lager Gurs in Südwestfrankreich, in der ehemaligen Synagoge Kippenheim über die von der Deportation gemachten Foto- und Filmaufnahmen. Derzeit liegen von sieben badische Orten Fotografien oder Filmaufnahmen vor, die die Abholung der Juden durch Gestapo und Polizei dokumentieren. Einer dieser Orte ist Kippenheim, wo Grenzpolizisten eingesetzt waren, um die dort noch lebenden 31 Juden abzuholen.

In Kippenheim hatte der Schuttertäler Fotograf Wilhelm Fischer fünf Bilder aufgenommen, die mittlerweile in vielen Publikationen zur Geschichte des Nationalsozialismus in Deutschland abgebildet sind, so die Ankündigung. Eines dieser Fotos zeigt die in der Querstraße wohnende Familie Maier, wie sie auf einen Lastwagen steigt, der sie zum Offenburger Bahnhof bringen sollte.

Christoph Kreutzmüller ist Projektleiter der Ausstellung zur Deportation der badischen Juden, die derzeit von der Berliner Gedenkstätte "Haus der Wannseekonferenz" für 2021 vorbereitet wird. In seinem Vortrag stellt er die verschiedenen Blickwinkel der Opfer, der Täter, der Mittäter und der Zuschauer in den historischen Kontext und spiegelt sie im Licht des gegenwärtigen Wissensstands. Der Eintritt ist frei. Da die Zahl der Plätze wegen der Corona-Situation beschränkt ist, bittet der Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim um Anmeldungen bei Jürgen Stude unter Telefon 07807/95 76 12 oder per E-Mail an juergen.stude@t-online.de.

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