Kippenheim Ein Gebäude und viele offene Fragen

Was wird aus dem evangelischen Gemeindehaus in Kippenheim? Eine Frage, die weiterer Erörterung bedarf. Foto: Archiv: Goltz

Kippenheim - Das Thema Kindergarten/Gemeindehaus hat bei der Versammlung der evangelischen Kirchengemeinde im Fokus gestanden. Diskutiert wurde über die Fragen Neu-, Anbau und Ausgliederung des Gemeindesaals.

Zwischen Kirchengemeinderäten, Vertretern des Fördervereins und des Elternbeirats, Friedhelm Roth vom evangelischen Verwaltungs- und Serviceamt sowie Bürgermeister Matthias Gutbrod entwickelte sich eine lebhafte Diskussion um die Zukunft des Gebäudes.

Ausgangslage ist folgende: Im Obergeschoss des etwa 50 Jahre alten Hause befindet sich der Kindergarten. In dessen Räumlichkeiten hat die politische Gemeinde in den vergangenen Jahren knapp eine halbe Million Euro investiert, um den heutigen Anforderungen gerecht zu werden. Im Untergeschoss befindet sich der Gemeindesaal, bereits im Jahr 2013 gab es erste Ideen seitens der Kirchengemeinde, diesen umzugestalten. Diese und andere Überlegungen liefen auch wegen der Finanzen ins Leere, so Roth.

Dann kam ein Wasserschaden im Gemeindesaal vor etwas mehr als zwei Jahren dazu. Zwar hat die Versicherung die Mittel zur Schadensbehebung ausbezahlt, behoben wurde er indes bis heute nicht. Stattdessen kam im Kirchengemeinderat die Idee auf, mit einem Neubau eines Kindergartens nebst kleineren Gemeinderäumen zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Wobei die Symbiose zwischen Kindergarten und Gemeindesaal wegen des Synergieeffekts beibehalten werden sollte. Eine andere Option wäre eine große Sanierung, eventuell mit einem Anbau, die ist laut Roth aber nicht erstrebenswert. Zur Finanzierung eines Neubaus würde die Kirchengemeinde die Versicherungssumme aus dem Schadensfall und die Mittel aus dem Erlös eines möglichen Verkaufs des Gebäudes mit Gelände einbringen. Auf der Fläche könnte dann eine Wohnbebauung entstehen, so Roth.

So weit, so gut. Nur liegt der Gemeindesaal nicht in der Verantwortung der politischen Gemeinde. Für dessen Erhalt oder Sanierung ist die kirchliche Gemeinde zuständig. Das Kindergartengeschäft obliegt dagegen beiden Gemeinden. Und da sieht Bürgermeister Gutbrod weder Handlungsbedarf noch Druck. Zum einen gebe es eine bestehende Betriebserlaubnis für dreieinhalb Gruppen (69 Kinder), die allen rechtlichen Regelungen entspreche. Zum anderen decke die Gemeinde die Bedarfszahlen an Kindergartenplätzen ab. Sogar mit Reserve, Wartelisten gebe es keine. Die jetzige, etwas beengte Raumsituation habe keine negativen Auswirkungen auf die pädagogische Arbeit, Klagen von Eltern gebe es keine.

Einen Neubau wollte er generell nicht ausschließen, das werde aber nur Thema, wenn der Bedarf sprunghaft ansteigen würde, was nicht absehbar sei. Würde die Kirchengemeinde auf die Nutzung des Gemeindesaals verzichten und auf Räume im neuen Bürgerhaus ausweichen, wie es Angebot der Gemeinde ist, könnten dort nach Sanierung und Umstrukturierung Besprechungs- sowie Bewegungsräume entstehen.

Vertreter des Fördervereins und des Elternbeirats wünschten sich dafür ein Gesamtkonzept und konkrete Pläne, vor allem vom Kirchengemeinderat. Mit dem jetzigen Standort mit seinen gewachsenen Strukturen sind sie zufrieden, wünschen sich aber ein bisschen mehr Platz, notfalls durch einen Anbau. Jetzt sei Handeln angesagt – und zwar von allen Seiten.

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