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Kippenheim Dorfbach ist das Sorgenkind der Angler

Ehrungen beim Kippenheimer Angelverein (von links): Maritta Hall, Claudia Straub, Hubert Singler, Otto Benz und Klaus Disch Foto: Bär

Kippenheim. Der Kippenheimer Angelverein betreibt nicht nur Angelsport, auch in Sachen Naturschutz ist er engagiert tätig, wie sich jüngst bei der Hauptversammlung zeigte. Zentrales Thema war neben den üblichen Regularien die Renaturierung des Dorfbachs.

 

Ein einzigartiges Projekt, wie Vorsitzender Klaus Disch festhielt. Schon längere Zeit ist der Dorfbach das Sorgenkind des Vereins. Das Gewässer verläuft topfeben, das Wasser ist trüb, Fische und Pflanzen fühlen sich nicht wohl, so die Wahrnehmung. Um das zu ändern, hat der Gewässerwart Bach, Walter Schätzle, über zwei Jahre mit viel Herzblut Studien betrieben. Die Ergebnisse stellte er den Mitgliedern bei der Versammlung vor.

Verschiedene Maßnahmen wie die Minimierung der Mahd an den Ufern, der Einbau von Strömungsablenkern, die Renaturierung eines Altarms sowie das gezielte Pflanzen von Stauden, Schilfen und Gehölzen sollen dafür sorgen, dass sich der Bach zu einem Biotop entwickelt und seine Natürlichkeit zurückgewinnt, so Schätzle. Die Maßnahmen seien alle im Rahmen der Gewässerunterhaltung machbar. Sie würden grundsätzlich von den zuständigen Behörden begrüßt, fachrechtlich geprüft und genehmigt.

Jetzt fehle noch das Okay der Gemeinde. Denn die Maßnahmen kosten Geld. Schätzle rechnet mit Kosten von knapp 8000 Euro, aber es gebe nach Umsetzung Öko-Punkte obendrauf, erklärte der Gewässerwart. Nun will der Angelverein einen sogenannten Planungsumsetzungsantrag und einen Antrag auf Fördermittel bei der Gemeinde stellen, um das Projekt zu realisieren.

Ansonsten geht im Vereinsleben alles seinen gewohnten Gang. Schriftführerin Maritta Hall gab einen detaillierten Überblick über die Veranstaltungen.

Projekt soll Gemeinderat vorgestellt werden

Höhepunkte in jedem Jahr sind das Forellenräuchern zu Ostern, das Auewaldseefest an Pfingsten, die Teilnahme am Weinfest und am Ferienprogramm der Gemeinde sowie zahlreiche verschiedene Arbeitseinsätze rund um das Anglerheim.

Letzteres ist gut in Schuss, genauso wie der Auewaldsee, wie die beiden Gewässerwarte See, Julian Burger und Felix Daeschle, berichteten. Sie sprachen von einer guten Wasserqualität, Sauerstoff gebe es bis in eine Tiefe von 18 Metern. Die Fangstatistik weise im Vergleich zu den Vorjahren gleichbleibende Ergebnisse auf. Die Nistkästen rund um den See seien gut besucht, auch diesbezüglich fahre der Verein eine gute Linie.

Optimistisch ist auch Jugendleiter Kevin Moser. Er betreut acht Nachwuchsangler. Die Jugendarbeit sei ein wichtiges Standbein des Vereins, gesellige Veranstaltungen und der Austausch mit anderen Vereinen trugen zur Förderung bei.

Nicht ganz so zufrieden zeigte sich Rechner Willi Hall. Das Seefest sei buchstäblich ins Wasser gefallen, was sich in den Einnahmen widerspiegele. Man sei allerdings mit einem blauen Auge davongekommen. Die Erlöse vom Weinfest dagegen seien konstant. Eine andere wichtige Einnahmequelle ist das Forellenräuchern. Das machte es möglich, einen kleinen Verlust aufzufangen.

Bürgermeisterstellvertreter Dieter Kirschbaum dankte dem Verein für die engagierte Arbeit. Bezüglich des Dorfbachs schlug er vor, das Projekt im Gemeinderat vorzustellen.

Ehrungen

> 40-jährige Mitgliedschaft: Otto Benz

> 30 Jahre: Maritta Hall

> 25 Jahre: Claudia Straub, Hubert Singler und Klaus Disch

> zehn Jahre: Kevin Jörger und Matthias Hall

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