Viele Höhen und Tiefen erlebt Beim SV Schmieheim endet eine Ära

Schmieheim - Mit dem Ausscheiden von Reiner Meier als Vorsitzender endet beim SV Schmieheim eine Ära. In 20 Jahren an vorderster Front hat er mit dem Verein viele Höhen und Tiefen erlebt – und ihn am Leben erhalten.

"Ich habe fertig." Mit dem legendären Zitat des einstigen Bayern-Trainers Giovanni Trapattoni verkündete Reiner Maier bei der Hauptversammlung offiziell sein Ende als Vereinschef. Die Mitglieder erhoben sich und spendeten lange Applaus. Die Fußballmannschaft, die komplett im Sportheim erschienen war, ließ "Zicke zacke zicke zacke hoi hoi hoi"-Rufe erschallen.

Meier meinte trocken: "Ich habe es geschafft, mich zurückzuziehen." Mit ihm geht ein Vorsitzender vom Platz, der noch die klassische Vereinslaufbahn gegangen ist. Als kleiner Bub kam er in den Verein. Schon in der Jugend hatte er auf dem Spielfeld die meisten Positionen eingenommen. Darauf dass der "SV Schmie" mit ihm als Spieler nie abgestiegen ist, ist Meier heute noch stolz. Nach der Zeit als Aktiver übernahm er im Vorstandsteam Verantwortung. Bis auf das Amt des Rechners war er in allen Funktionen tätig, unter anderem 13 Jahre als Spielausschussvorsitzender.

Mann der kurzen Worte

So nett, umgänglich und gesellig der Mann der kurzen Worte sein kann, zeigt er mitunter klare Kante, wenn er mit etwas nicht zufrieden ist. Einmal feuerte er mit den Worten "Wir machen das jetzt alleine" den Trainer – noch während das Spiel lief.

Die längste Zeit hatte Maier das Amt des Vorsitzenden inne. Er hat gute und schlechte Zeiten mit dem SV durchgemacht. Dabei packte er stets selbst mit an, etwa beim Umbau des Vereinsheims oder bei unzähligen Festen.

Für Meiers Leidenschaft im Amt gab es bei der Hauptversammlung viele lobende Worte. "Reiner hat den SV am Leben erhalten", hieß es in verschiedenen Grußworten. Als Vorsitzender habe er darauf geschaut, dass der SV immer eine feste Größe im Dorf blieb. Auch von anderen Vereinsvertretern kam Dank. "Wir haben einige Schlachten zusammen geschlagen", sagte beispielsweise Philipp Ernst vom Musikverein.

Meier übergibt einen Verein in der Umbauphase, die er selbst noch angestoßen hat. Am Freitag gab sich der SV per Satzungsänderung eine neue Organisationsstruktur. Den einen Verantwortlichen gibt es nicht mehr, stattdessen ein Vorstandsquartett (siehe Info).

Finanzen stimmen trotz Corona

Zum Sportlichen: Man könne etwas aus der Mannschaft machen, erklärte Trainer Dirk Rudhart, aber: "Es muss sich etwas ändern." So will Ruthard künftig das Lauf- und Fitnesstraining intensivieren. Immerhin hat der Verein neue Spieler gewonnen. Und auch bei der Jugend, die die scheidende Rechnerin Silvia Meier mit ihrem Team betreute, sieht’s trotz der Corona-Zwangspause noch relativ gut aus. Zwar hat der SV Schmieheim im Moment keine A-Jugend und viele Mannschaften konnte man innerhalb bestehender Spielgemeinschaften "nur mit Müh’ und Not" zusammenhalten. Doch bleibe die Jugend im Großen und Ganzen am Ball, so auch die drei Mädchenteams.

Finanziell steht der Verein trotz Corona und fehlender Einnahmen von Veranstaltungen gut da, Rechnerin Meier buchte ein Plus. Allerdings nicht aus eigener Kraft wie sie sagte – "es geht nur mit Zuschüssen". Der SV, das wurde klar, muss den begonnenen Umbau weiterführen. Sollte es mal eines guten Rats bedürfen, ist der Weg nicht weit: Reiner Meier bleibt dem Verein als Sportheim-Wirt weiter erhalten.

Künftig fungiert Wolfgang Füner beim SV Schmieheim als Vorstand Technik. Vorstand Sport ist Dirk Rudhart, Vorstand Finanzen Philipp Meier und Vorstand Öffentlichkeitsarbeit Dieter Henninger. Zur Schriftführerin wurde Yvonne Dieterle gewählt.

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