Kippenheim Baugebiet "Mühlenpfad IV" ist in trockenen Tüchern

Kippenheim - Bald rollen die Bagger im Süden Kippenheims. Am heutigen Donnerstag ist Spatenstich für das Baugebiet Mühlenpfad IV. Ein Rechtsstreit, den Anwohner in Aussicht gestellt hatten, ist wohl vom Tisch.

Mehr als ein Jahr nach dem Satzungsbeschluss im Mai 2019 starten die Erschließungsarbeiten im Mühlenpfad. Viel Vorlaufzeit für das überschaubare Baugebiet – 14 Bauplätze für Ein- und Zweifamilienhäuser will die Gemeinde Kippenheim an der Gemarkungsgrenze zu Mahlberg ausweisen.

»Corona-bedingt gab es ein paar Monate Verzögerung«, berichtet Bürgermeister Matthias Gutbrod im Gespräch mit der LZ. Dazu sei erhöhter Gesprächsbedarf im Umlegungsverfahren gekommen. Etwa die Hälfte der Grundstücke des Gebiets soll in privater Hand liegen. Um das Areal in bebaubare Form zu bringen, galt es, sich mit Eigentümern und Pächtern zu einigen. 
Jetzt aber kann es losgehen. Die heimische Firma Trenkle hat vom Gemeinderat den Zuschlag für die Erschließungsarbeiten erhalten. Die avisierten Kosten liegen bei rund 350 000 Euro. Gutbrod rechnet damit, dass der »Mühlenpfad IV« in rund zehn Wochen baureif ist. Grundstücke habe die Gemeinde noch keine verkauft. 

LZ-Anfrage  wird abgeblockt

Lange Zeit war der heutige Spatenstich ungewiss. Bereits bei der ersten Vorstellung der Pläne im Gemeinderat, im Januar vergangenen Jahres, formierte sich breiter und lautstarker Widerstand unter den Anwohnern des Mühlenpfads (wir berichteten mehrfach). Die Kritiker brachten vor, die Bebauung könnte Schäden an Biotop und Hohlweg verursachen, die sich in dem Gebiet befinden. Ein »artenschutzrechtliches Gutachten, das weit über das gesetzlich Vorgeschriebene hinausgeht« (Gutbrod), vermochte die Gemüter ebenso wenig  zu besänftigen wie ein Entgegenkommen der Gemeinde hinsichtlich der Baugrenze. Die neuen Häuser müssen laut Bebauungsplan in einem Abstand von mindestens sieben Metern errichtet werden, möglich gewesen wären weniger als drei. 

Die Anwohner legten  während des Verfahrens mehrere Einwendungen ein, prüften sogar rechtliche Schritt, um die Bebauung zu verhindern. Diese Gedankenspiele haben sich nun offenbar zerschlagen. Gutbrod: »Wir haben nach dem Satzungsbeschluss nichts mehr in dieser Hinsicht gehört.« Eine Nachfrage der LZ im Mühlenpfad am Mittwoch zum aktuellen Stand wurde abgeblockt: Man wolle zu diesem Thema nicht über die Zeitung kommunizieren, hieß es am Telefon.

  • Bewertung
    0