Kippenheim Arbeiten am Schlossgarten starten

Kippenheims Bürgermeister Matthias Gutbrod, der Schmeiheimer Ortsvorsteher Michael Hartmann, Gemeinderäte, Vertreter der bauausführenden Firma Pontiggia sowie Matthias Kappis vom gleichnamigen Planungsbüro beim Spatenstich zum Umbau des neuen Schlossgartens.Foto: Decoux-Kone Foto: Lahrer Zeitung

Jetzt ist es endlich soweit: Nach vielen Jahren Planungsphase kann der Schmieheimer Schlossgarten umgebaut werden. Der symbolische Spatenstich erfolgte am Freitagmorgen.

Schmieheim. Es ist ein bedeutendes Projekt, eigentlich das größte Projekt, das im Rahmen des Sanierungsprogramms jetzt angegangen wird, freute sich Kippenheims Bürgermeister Matthias Gutbrod. Seit vielen Jahren ist es der Wunsch der Bürger, den Schlossgarten aufzuwerten und die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Der Schlossgarten bildet mit denkmalgeschütztem Schloss, in der die Ortsverwaltung und das Trauzimmer untergebracht sind, sowie der Festhalle, Sporthalle und der Schule der zentrale Dorfmittelpunkt und habe ein Aufwertung verdient, sagte Ortsvorsteher Michael Hartmann: "Es mache Sinn die Qualität zu steigern."

Gutbrod erinnerte daran, dass sich Verwaltung und Gemeinderäte schon vier Jahre intensiv mit der Umgestaltung beschäftigt haben. "Es war nicht ganz einfach, die Planungsprozesse nahmen viel Zeit in Anspruch", sagte er. Notwendig waren zahlreiche Abstimmungsgespräche, Umplanungen und es intensive Gespräche mit dem Denkmalamt. Die Planungen vom Ingenieursbüro Kappis seien sehr gelungen, freute sich Gutbrod beim Spatenstich.

Insgesamt werden im Schlossgarten 3000 Quadratmeter Fläche umgebaut: Auf der großen Wiesenfläche um den Spielplatz wird ein Rundweg angelegt. Auch das Lichtkonzept überzeugt, welches das Schloss Abends von allen Seiten im Glanz erstrahlen lässt. Der Platz vor der Bühne wird mit Pflastersteinen in Gelb- und Rottönen aufgewertet. Auf vorbildliche Weise hat man die Bürgerschaft bei Bürgerversammlungen mit ins Boot geholt und deren Ideen in die Planung mit aufgenommen. Die Beschlüsse wurden im Ortschafts- und Gemeinderat stets einstimmig beschlossen, betonte Gutbrod. Architekt Matthias Kappis betonte beim Spatenstich, dass es bei diesem Projekt sehr viele Rahmenbedingungen zu beachten gab, die die Planung erschwerten. "Die Planungen zur Umgestaltung waren für uns nichts Alltägliches", betonte er. Worauf lege man den Fokus, wenn es einerseits eine Aufwertung des Platzes geben soll, der Schlossplatz aber gleichzeitig eine Durchfahrtsstraße bleibt, das sei die Frage gewesen, die die Planer umgetrieben hatte (siehe Info).

"50 Jahre ist hier nichts passiert, jetzt freuen wir uns umso mehr, dass es endlich losgehen kann", erklärte Hartmann. Bereits im Frühjahr soll der Platz eingeweiht werden. Man hoffe, dass die Einweihung coronabedingt wieder in einem größerem Rahmen gefeiert werden kann. Dann können die Bürger den neuen, schönen Platz nutzen und das nicht nur wenn dort die Schlossfestspiele, die Kilwi oder der Weihnachtsmarkt stattfinden. Die Kosten für die Baumaßnahme belaufen sich auf 600 000 Euro.

Fünf Jahre, in denen viel diskutiert und geplant wurde, sind von der Idee zur Umgestaltung des Schlossgartens bis zum Spatenstich vergangen. Im November 2015 präsentierte Eckard Riedel beim Ortschaftsrat seine Pläne für den Schlossgarten. Diese sahen nicht nur einen repräsentativen Vorplatz, Pflanzinseln und Sitzgelegenheiten, sondern auch den Rückbau der Straße vor. Der Ortschaftsrat sprach sich für die Umsetzung des Entwurfs aus. Das erregte jedoch Kritik: Bei einer Umfrage im Mai 2016 sprachen sich 266 von 280 Schmieheimer gegen die Schließung des Schlossgartens für den Durchgangsverkehr aus. Im Januar 2017 ruderte auch der Ortschaftsrat zurück. Einen Monat später schloss auch der Gemeinderat mit großer Mehrheit, dass der Schlossgarten offen für den Verkehr bleiben soll. Das Lahrer Büro Kappis wurde beauftragt, zwei Planvarianten mit Durchfahrt zu fertigen. Planerin Kerstin Stern stellte dem Ortschaftsrat im September 2017 ihre Ideen vor, die aber hinsichtlich der Platz- und Gartengestaltung auf wenig Begeisterung trafen. Nach vielen Diskussionen und einem Bürger-Workshop im März 2019 konnte aber schließlich eine für alle zufriedenstellende Lösung gefunden werden. Sogar Riedel konnte sich mit den neuen Plänen anfreunden. jg

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