Kindergarte-Neubau Hofstetten Gemeinderat stimmt für Hackschnitzel-Heizung

So soll der Eingangsbereich des neuen Hofstetter Kindergartens aussehen. Foto: wwg-Architekten

Hofstetten - Der Hofstetter Gemeinderat hat sich intensiv mit dem Neubau des Hofstetter Kindergartens beschäftigt. Mit Heizungsanlage, Dacheindeckung samt Photovoltaik-Anlage, geänderter Entwurfsplanung und Fenster-Auswahl mit Beschattung gab es viel zu diskutieren.

Seitens des planenden Architekturbüros war Christoph Wussler zusammen mit den Fachplanern Meinrad Mickenautsch und Patrick Kleiner des Hofstetter Büros Ingplan-Immotec in den Gemeinderat gekommen. "Wir haben uns in den vergangenen Wochen und Monaten mit einer Verbundheizung beschäftigt", schickte Wussler voraus.

Zunächst sei man von einer Insel-Lösung für den Kindergarten ausgegangen, dann wären in der Überlegung das benachbarte SC-Clubhaus und das Rathaus samt Gemeindehalle hinzugekommen. Im Fokus habe dann eine Verbundheizung auf Holzbasis gelegen, für die es unterschiedliche Optionen gebe: eine kleine Lösung mit Anschluss des Kindergartens und des Clubhauses oder eine große Lösung mit zusätzlichem Anschluss des Rathauses und der Halle. "Die dritte Variante wäre ein großer Kessel für die spätere Erweiterung in Richtung Rathaus", erklärte der Architekt.

Heizungs-Fachplaner Patrick Kleiner stellte die Investitions- sowie die Gesamtkosten nach 15-jähriger Laufzeit von Hackschnitzel- und Pellets-Heizungen in den unterschiedlichen Ausführungen vor. Die mögliche Positionierung des Heizgut-Bunkers wurde anhand eines Grundriss-Planes aufgezeigt und seitens des Fachplaners die eindeutige Empfehlung in Richtung große Pellets-Variante mit Option zur Verlängerung ausgesprochen.

Hubert Kinast (CDU) sprach sich für Hackschnitzel aus, weil sie in Verbindung mit dem Rathaus auf 15 Jahre gesehen am wirtschaftlichsten und das naheliegende für die Region wären. Stefan Schwendemann (CDU) betonte: "Wenn das Hackgut eine gute Qualität hat, gibt es eigentlich nur diese Lösung." Das sah Wilhelm Uhl (CDU) ganz anders: "Ich bin gegen Hackschnitzel, weil der Bunker vom Gebäude abgerückt werden muss." Auch Bernhard Kaspar (CDU) positionierte sich aufgrund des geringeren Flächenverbrauchs für Pellets: "Wenn die Fachplaner eine eindeutige Empfehlung aussprechen, sollten wir uns daran halten." Arnold Allgaier (FW) sprach sich für die große und damit zukunftsfähige Verbundlösung der Heizung und gegen Pellets aus: "Sie werden mit relativ hohem Energieaufwand hergestellt und sind ein Kunst-Produkt."

Das Votum: Für die Verbundheizung im Kindergarten und SC-Clubhaus mit der Option zur Verlängerung in Richtung Rathaus und Gemeindehalle fiel der Beschluss einstimmig. Für die Befeuerung mit Hackschnitzeln stimmten sieben Gemeinderäte, vier sprachen sich dagegen aus.

Der Hackschnitzel-Bunker: Aufgrund der Brandschutz-Vorgaben muss der Bunker vom Gebäude abgerückt sein, eine ebenerdige Variante wird aber möglich. Die Bewertungskriterien für den Standort erklärte Wussler unter anderem mit der Zufahrt, Beschickung oder dem Weg zur Verbrennung. Zur Diskussion standen der Nordosten des Gebäudes in Richtung Haslach und der Südwesten in Richtung Rathaus, wobei schnell klar wurde, dass man sich dort künftige Entwicklungsmöglichkeiten des Geländes nicht verbauen will. Aufgrund der vorhandenen Infrastruktur votierten bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme am Ende neun Räte für den Nordosten in Richtung SC-Clubhaus.

Die Dacheindeckung: "Die Ortenauer Energie-Agentur bestätigt, dass der Standort geeignet ist", erklärte Fachplaner Mickenautsch. Sein Büro empfehle eine Anlage mit 48 Modulen zur Produktion des Eigenverbrauchs, deren Kosten sich nach dreieinhalb Jahren amortisiert hätten. Eine Maximalbelegung mit 216 Modulen würde sich erst nach 15 Jahren amortisieren. Schnell waren sich die Gemeinderäte einig, dass eine PV-Anlage zur Deckung des Eigenverbrauchs montiert wird. Für die Ausführung eines Metalldachs sprachen sich zehn Gemeinderäte bei einer Gegenstimme aus.

Die Entwurfsplanung: Die Ansichten der neuen Hofstetter Kinderscheune sind überarbeitet worden. Architekt Christoph Wussler erklärte: "Von der Bachseite her bleibt sie nahezu unverändert." In Richtung Straße sei die Ansicht grundlegend überarbeitet worden und weise jetzt mehr Fensterbänder und weniger Lamellen auf. Das Eingangselement ist verglast und mit einer Schildmütze als Regenschutz versehen. "Die Fassade wurde dahingehend aufgelockert, dass durch die Fensterbänder die Lamellen aufgebrochen wurden", erklärte der Architekt. Bei den Fenstern fiel der Ausführungsbeschluss des Gemeinderates auf Holzfenster, der Sonnenschutz wird über flexible, außenliegende Behänge realisiert.

Nach den gefassten Beschlüssen gibt es nun eine vertiefenden Kostenberechnung, die in der Juni-Sitzung vorgestellt werden soll. Anschließend wird der Bauantrag vorbereitet, ausgearbeitet und eingereicht. In Sachen Fachförderung gibt es positive Neuigkeiten, über die wir in unserer Montagsausgabe ausführlich berichten werden.