Kenzingen Ziel: Beteiligung von Senioren gesetzlich verankern

Hanns-Heinrich Schneider und der Kreisseniorenrat engagieren sich mächtig für die Belange älterer Menschen in den Städten und Kommunen des Landkreises. Foto: Schnabl Foto: Lahrer Zeitung

Kenzingen (ws). Gleich zu Beginn der Mitgliederversammlung traute der Vorsitzende des Kreisseniorenrats, Hanns-Heinrich Schneider, seinen Augen nicht. Der Sitzungssaal im Landratsamt war fast voll besetzt. Die Arbeit an der Vernetzung von Seniorenangelegenheiten in den Städten und Gemeinden hat offensichtlich erste Früchte getragen.

Ereignis- und durchaus erfolgreich, bezeichnete der ehemalige Kenzinger Pfarrer das dritte Amtsjahr, seitdem er Gisela Schlenker (Oberhausen) in dieser Funktion ablöste. Ein wichtiger Punkt für die Kreissenioren war das politische Vorgehen: Paragraf 41b der Gemeindeordnung des Landes soll dahingehend komplettiert werden, dass dort nicht nur wie bisher die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen geregelt wird, sondern auch Seniorenbelage in das Gesetzeswerk integriert werden.

Auf Kreisebene ist es dem Rat besonders wichtig, die Generationsfrage anzugehen. Seniorenanliegen sollen mehr als bisher den Kreistagsmitgliedern ins Bewusstsein gerückt werden. Ein vielversprechender Start fand kurz vor den Kommunalwahlen statt. Die Fraktionen in verschiedenen Gemeinden wurden gebeten, gezielt Fragen zu ihrer Politik hinsichtlich Senioren zu beantworten.

Anliegen der Älteren müssen immer wieder neu ins Blickfeld rücken

Schneider wünscht sich, dass alle in den Gremien vertretenen Fraktionen ein Mitglied benennen, das die Situation der Senioren genauer kennt und deren Probleme in die Arbeit vor Ort einfließen lässt. Auch ein Austausch über Fraktionsgrenzen hinweg wäre laut Schneider sinnvoll. Dabei sollte auch ein ständiger Wandel der Situation berücksichtigt werden: Die Anliegen der Älteren änderten sich beständig und müssten notwendigerweise immer neu ins Blickfeld rücken. Unerlässlich sei dafür ein intensiver Kontakt zu den Kommunen im Landkreis.

In jeder Hinsicht positiv sei der Kreispflegeausschuss, dem wieder Leben eingehaucht worden sei und in dem auch der Kreisseniorenrat vertreten ist. Pflegestützpunkte des Landratsamts sind bereits in Herbolzheim, Endingen und Waldkirch eingerichtet. Der Kreisseniorenrat ist in vielen Kommunen aktiv, doch soll die verstärkte gegenseitige Wahrnehmung weiter intensiviert werden.

Ein weiteres großes Anliegen ist die im Aufbau befindliche Homepage. Rudolf Seth ist hiermit betraut und stellte ein neues Erscheinungsbild vor, das einen schnellen Überblick darüber gibt, in welchen Gemeinden Ansprechpartner vorhanden sind.

Finanziell steht die Einrichtung gut da, empfand Franz Maurer, der für ein weiteres Jahr zum Kassenwart gewählt wurde. Im 2020 steht die Neuwahl des kompletten Vorstandes an.

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