Kenzingen Wenige Teilnehmer, viele Ideen

Auch wenn nur wenige Kenzinger an der ersten Energiewerkstattt teilnahmen, die Ideen sprudelten reichlich Foto: Schnabl Foto: Lahrer Zeitung

Kenzingen hat sich zur Teilnahme am kommunalen Klimaschutzkonzept entschlossen. Die Bevölkerung soll in diese Entscheidungsfindung eingezogen werden. Die erste Energiewerkstatt konnte jedoch gerade einmal zehn Teilnehmer verzeichnen.

 

Kenzingen. "Wichtiger als die Teilnehmerzahl ist eine fruchtbare Ideensammlung", stellte Marc Krecher von der "Badenova" heraus. Und Vorstellungen und Vorschläge waren in der Aula des Gymnasiums an diesem Abend reichlich eingeflossen.

"Energiewende in der Region geht alle an und kann nur gemeinsam gelingen", erklärte Bürgermeister Matthias Guderjan. Er sieht die Einsparung von Treibhausgasen sowie die effiziente Nutzung erneuerbarer Energien als wesentlich an. Das sei nur unter Einbindung und Mitwirkung großer Bevölkerungsgruppen möglich, müsse aber im Kleinen aufgebaut und weiterentwickelt werden.

Es bildeten sich drei Grüppchen, die sich mit den vorgegebenen Themenblöcken Mobilität, Öffentlichkeitsarbeit und effiziente Energieversorgung befassten. Marissa Walzer, von Energie Europa, erläuterte die Vorgehensweise. In einer Art erweitertem Brainstorming sammelten die wenigen Mitstreiter Ideen, wie die Zukunft bewusster angegangen werden kann.

Sie erarbeiteten Impulse für die Elektromobilität. So wäre für die Teilnehmer etwa in Zukunft auf den Gemeindestraßen ein Tempolimit von 20 Stundenkilometer denkbar, um die Radverkehrssituation komfortabler zu gestalten. Auch dass Gewerbetreibende Ladestationen für Elektrofahrzeuge einrichten, konnte sich das Workshop-Team vorstellen. Auch der Bürgerbus, der bald kommen wird und dessen Einsätze im Bedarfsfalle angespasst werden könnten, wird sicherlich seinen Beitrag zum Klimschutz leisten.

Was sich heute noch nach Vision anhört, könnte morgen bereits als Standard gelten. Ein weiterer wichtiger Punkt der Workshops war die Öffentlichkeitsarbeit, um mehr Konsens mit den Einwohner zu bekommen.

Energiebilanz zeigt Einsparpotenzial

Die vorgestellte Energiebilanz zeigte unzweideutig, dass Einsparpotenzial vorhanden ist. Privathaushalte verbauchen fast die Hälfte der Energie, gefolgt von Handel und Gewerbe mit einem Drittel Anteil. Dahinter kommt der Verkehr, der immerhin 19 Prozent der knapp 200 000 Megawattstunden beansprucht.

Bei der Kohlenstoffdioxid-Ausscheidung liegt die Stadt mit etwas mehr als fünf Tonnen pro Kopf unter Landesdurchschnitt, der mit 6,7 Tonnen angegeben wird. Die CO2-Belastung hat sich bis 2014 innerhalb drei Jahre um 2800 Tonnen reduziert. Der Anteil erneuerbarer Energien hat indes die 20-Prozent-Marke überschritten.

Von der Zielvorstellung sei man aber noch deutlich entfernt. Bis zum Jahre 2020 könnten der Anteil der erneuerbaren Energien nach Vorstellung der Badenova auf 38,5 Prozent wachsen. Gut 96 Prozent hält Marc Kercher insgesamt für möglich – wenn der Klimaschutz im Bewusstsein jedes einzelnen und somit auch in den privaten Haushalten ankomme.

"Bleiben Sie dabei, die Sache lohnt", appellierte auch Bürgermeister Matthias Guderjan in seinem Schlusswort. Jetzt ist als nächstes der Gemeinderat gefordert, der sich noch in der ersten Jahreshälfte mit den Auswertungen der Energiewerkstatt befassen wird.

Die Stadt Kenzingen setzt bereits seit mehr als 15 Jahren auf Klimaschutz. Dazu zählt die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf stromsparende LED-Lampen. Heizsystem in öffentlichen Einrichtungen wurden erneuert und energetische Sanierungsmaßnahmen verwirklicht.

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