Kenzingen Schutzmasken durch Kontakte

Pflegedienstleiter Gregor Dürr (Zweiter von links) und Heimleiter Achim Ettwein (Zweiter von rechts) freuen sich über Maskensets für das Kreisseniorenzentrum St. Maximilian-Kolbe in Kenzingen. Jürgen Koch-Draheim und Matthias Guderjahn (rechts) übergeben die Spende. Foto: Masson Foto: Lahrer Zeitung

Kenzingen. Bürgermeister Matthias Guderjan hatte sofort zugeschlagen. Als ihm angeboten wurde, 2500 Atemschutzmasken zu übernehmen, folgte sein superschnelles Ja. Besorgt hatte die zuvor Jürgen Koch-Draheim, Leiter des Freiburger Instituts für Burnout-Prophylaxe. Die Virus-Masken sind derzeit auf dem Markt angesichts der Corona-Pandemie nur schwer oder zu Mondpreisen erhältlich.

Durch private Kontakte zu einer Hamburger Lieferfirma hatte Koch-Draheim ein stattliches Kontingent der hoch gefragten Atemschutzmasken trotz sonst langer Lieferzeiten ergattert. Und weil der in Wagenstadt lebende Kenzinger, nebenher Vorsitzender des Fördervereins Burg Lichteneck, dabei nicht an sich dachte, gab es nun Mundschutz-Sets in Kenzingen. Als erstes empfing das Kreisseniorenzentrum St. Maximilian-Kolbe 300 der dringend benötigten Masken-Sets. Die werden, so der Pflegedienstleiter Gregor Dürr, für zehn bis 14 Tage reichen, um das Pflegepersonal damit ausrüsten zu können.

Überall gibt es Lieferengpässe

Das sei allerdings nur ein erster Tropfen auf den heißen Stein. Der Heimleiter Achim Ettwein dankte: Überall gäbe es Lieferengpässe, so natürlich auch beim Seniorenzentrum. Jetzt sei hier "eine kleine Atempause" geschaffen. Wie es dann in Sachen Schutzmasken weitergeht, wollte Ettwein allerdings nicht prognostizieren.

Bürgermeister Guderjan zeigte sich froh über die frisch in Kenzingen angekommenen und in China produzierten Masken. Die restlichen 2200 werden nach interner Rathaus-Entscheidung an weitere Kenzinger Einrichtungen verteilt, auf die es in Sachen Notversorgung besonders ankäme. Etwa Arztpraxen, Feuerwehr, Supermärkte und Bürgerbüros.

Guderjan wird sich jedenfalls keine der hoch gefragten Masken selbst abzweigen. Die seien wesentlich wichtiger für Helfer, die "das wichtigste Gemeinwesen" mit eigenem Gesundheitsrisiko in Gang halten. Wie es zeitlich mit der Virus-Ausnahmesituation weiter geht, sei völlig offen, war er sich mit Ettwein einig.

Koch-Draheim arbeitet schon daran, weitere Lieferanten-Quellen für Schutzmasken aufzutun. Natürlich nicht im üblichen Internet-Markt, wo derzeit die Preise weltweit horrend explodieren. Statt vorher maximal drei Euro werden dort pro Maske schon Hunderte verlangt – ohne Garantie auf tatsächliche Lieferung oder gar deren Wirksamkeit. Denn: Nach derzeitigen Erkenntnissen schützen nur "FFP-3"-Masken (Feinststaubqualität) mit notwendigem Mikro-Filter eventuell eine Infizierung über die Atemluft.

Neuerdings gibt es wiederverwendbare Masken auf dem Markt. Infizieren kann man sich trotz denen auch über Hautkontakte, etwa an Supermarkt-Körben und anschließendem Griff ins Gesicht. Populär gewordener einfacher Mund-Nasenschutz, auch selbst gebastelter, verhindert hingegen nach wie vor zumindest, dass eigene Viren gelegentlich doch an andere weiter gegeben werden können.

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