Kenzingen "Schule hat ihm viel zu verdanken"

Zum Abschied von Heribert Hertramph hat es Dankesbezeugungen, Lobworte und auch ein paar Tränen gegeben. Kollegen, Schüler, Eltern, Politiker und Weggefährten verabschiedeten den Schulleiter des Kenzinger Gymnasiums in den Ruhestand.

Kenzingen. "Dass so viele heute in das Atrium des Gymnasiums gekommen sind, zeigt, wie sehr sie auch weit über die Grenzen unseres Gymnasiums hinaus geschätzt werden", sagte der stellvertretende Schulleiter Nikolaus Gündel bei der Begrüßung an Hertramph gewandt. Zuvor hatte der Unterstufenchor unter der Leitung von Michael Faßbender musikalisch auf die Verabschiedung eingestimmt, Liedbeiträge von Christoph Klemm, Faßbender, Gündel und Rupert Hildebrand sollten folgen.

Offenheit, Fairness, und Kollegialität waren nur einige der Charakterzüge Hertramphs, für die der Schulleiter von allen Rednern gelobt wurde. "Ein westfälischer Riese, der in sich ruhend, aber den Menschen zugewandt, ernst aber auch mit Humor", charakterisierte etwa Thomas Steiner, Leitender Regierungsschuldirektor des Regierungspräsidiums Freiburg, ihn in seiner Rede.

Hans-Martin Blitz, der für das Kollegium sprach, griff auf das Bild des Leuchtturms zurück, der auch jenseits von Kenzingen eine große Strahlkraft besitzt. Genau wie dieser strahle Hertramph aus der Ferne Autorität aber auch Vertrauen aus und habe es geschafft, einen durch so manche Stürme zu geleiten. Seine Türen seien immer offen gewesen, sei es für Kollegen, Schüler oder Eltern. Dafür bedankte sich auch die stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende Sabine Schweiger.

Schülersprecherin Hanna Shokdra steuerte die Perspektive der Gymnasiasten bei: "Von der Größe her einschüchternd, hochdeutsch sprechend – und dann kam gleich das Handyverbot!", schilderte sie schmunzelnd den ersten Schüler-Eindruck von Hertramph als Schulleiter im Jahr 2013. Fügte dann aber sofort hinzu: "Doch dann hatten wir die Ehre, Sie besser kennenlernen zu dürfen". Shokdra bedankte sich bei ihm für die Offenheit beim Schulparlament und dass die Schülermitverwaltung von ihm stets "klare Aussagen, Antworten und Stellungnahmen bekommen hat".

Kenzingens Bürgermeister Matthias Guderjan erinnerte an die vielen Projekte, die man gemeinsam mit dem Gemeinderat verwirklicht habe. "Ein Pädagoge, dem unser Gymnasium viel verdankt, und der viel Zeit auf unser Gymnasium verwandt hat", resümierte der Rathauschef und rechnete vor, dass Hertramph 24 seiner 39 Schuljahre (also rund Zweidrittel) in Kenzingen verbracht habe. In Hertramphs fünf Jahren als Schulleiter habe sich das Gymnasium weiterentwickelt, erklärte Guderjan. Er zählte unter anderem die mit einigem Aufwand verbundene energetische Sanierung, die neuen Physik- und Medienräume aber auch das offene Ganztagesangebot seit vier Jahren, die in die Wege geleitete Sanierung der Aula ab dem Schuljahr 2018/2019 auf sowie die Tatsache, dass IMP (Informatik, Mathematik, Physik) ab dem kommenden Schuljahr als Kernfach unterrichtet werde.

Mit einigen Scherzen und Humor vor allem aber mit vielen, vielen Dankesworten verabschiedete sich Hertramph selbst. Seiner Familie dankte er "für die Zeit, die sie mir eingeräumt hat, mehr für die Schule da zu sein", erklärte Hertramph mit Tränen in den Augen. Zum Abschied gab es für den scheidenden Schulleiter von seinem Publikum lang anhaltenden Applaus.

Heribert Hertramph kommt ursprünglich aus dem Sauerland. Nach seinem Abschluss als Elektro-Ingenieur begann er ein Lehramtsstudium und kam 1981 als Lehrer für Mathe und Physik ans Kenzinger Gymnasium, an dem er zunächst bis zum Jahr 2000 blieb. Ab 1987 nahm er dort die Position des Oberstufenberaters, ab 1988 die des Stundenplaners und 1992 die Funktion des stellvertretenden Schulleiters ein. 2000 bekam er den Direktorenposten am Markgräflergymnasium in Müllheim. 2013 wechselte er zurück nach Kenzingen um dort die Position des Schulleiters auszufüllen. Sein Ruhestand beginnt zum 1. August.,

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