Kenzingen Ausstellung in der Galerie Thomas Menzel

Ergänzen sich gut: Jan Doumas Skulpturen und Ina Kunz’ Papierkunst sind in einer gemeinsamen Ausstellung in Kenzingen zu sehen. Foto: Schnabl Foto: Lahrer Zeitung

"Paperart meets Skulptur" – für diese Kuppelei zeigte sich Thomas Menzel als Galerieleiter verantwortlich. In Kenzingen stellen die Schweizer Künstlerin Ina Kunz und der niederländische Bildhauer Jan Douma ihre Werke erstmals gemeinsam aus.

 

Die Ausstellung kann bis zum Samstag, 13. Oktober, donnerstags und freitags von 15 Uhr bis 19 Uhr sowie samstags von 12 Uhr bis 18 Uhr besucht werden. Zu finden ist sie in der Galerie Thomas Menzel. (Mühlestraße 25a). Bei Interesse kann unter Telefon 07644/5 58 89 38 auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten ein Termin verienbart werden.

Kenzingen. Ina Kunz reist gerne in Länder, wo Vulkane speien und Berge Landschaften prägen. Diese gegensätzlichen Eindrücke faszinieren und inspirieren sie zugleich. Ihre schier unendliche Ausdruckskraft mit Erde, Sand, Asche, Papier, Acrylfarben, sogar Teer geben jedem von ihr geschaffenen Unikat aus Papier seine Authentizität.

Ruhig, harmonisch gar pathetisch wirken die Werke der Journalistin. Als Avantgarde-Vertreterin der "Paper Art" dient Papier als Ausgangsstoff ihrer Arbeiten. Papier ist für sie ein faszinierendes Material, etwas Grundlegendes. Meist ist es Zeitungspapier , das sie verwendet, in Leim getränkt, unter Beimischung von Erde und Asche aufgebracht. So entstehen Skulpturen, die eine starke symbolhafte Ausstrahlung gewinnen.

Auch auf dem Gebiet der Zeichnung tendiert Kunz ins Dreidimensionale, indem sie die Flächen des Papiers zerstört, aufreißt, zerknüllt und ihm so eine neue Formgebung verleiht. Die Schlichtheit ihrer Vorgehensweise im Einklang mit ihrem spartanischen Gestalten verleihen den Arbeiten eigene Dynamik verdichtetes Formenspiel. "Für den Betrachter fordern meine Werke ein Sich-Einlassen", sagt Kunz.

Doumas Faible gilt Stein, Holz und Beton

"Das bildhauerische Werk von Jan Douma ist weniger die Form als eher die Poesie im Ausdruck", erklärte Menzel bei der Eröffnung der Ausstellung. Ausgangspunkt für die skulpturalen Arbeiten von Douma ist die Konfrontation von Bezügen und Verhältnissen. Physikalische Formeln oder detailtreues Stillleben finden sich in seinen Arbeiten nicht: Die Darstellungen liegen verzettelt im Raum, kommen aber gerade deshalb voll zur Geltung. Es sind in der Regel gegenstandslose, non-figurative Formen, wie Menzel anmerkte.

Douma, der seit 1992 als Bildhauer in Deutschland arbeitet, verwendet für seine Werke am liebsten mit Stein, Holz und Beton. Zusammen mit mannigfaltigen Bearbeitungsspuren spielen sie die Hauptrolle bei der Suche nach innerer Dynamik.

In manchen Arbeiten, vor all em bei Relief und Zeichnung, rückt die mehr oder weniger durchgearbeitete Fläche in den Mittelpunkt. Es sind für den Betrachter gelungene Versuche, die Offenheit zu bewahren, aber auch Unfertiges, Zufälliges und Fehlerhaftes zuzulassen.

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