Kenzingen Modellbahnen üben große Faszination auf Besucher aus

Gerhard Kruska (links) erklärte den Besuchern, wie die Modellbahnen funktionieren. Foto: Schnabl Foto: Lahrer Zeitung

Kenzingen (ws). Es ist ein Hobby für Tüftler, das auf viele Menschen eine große Faszination ausübt. So war die Ausstellung der Eisenbahnfreunde Breisgau im Rahmenprogramm des Weihnachts- markts sehr gut besucht. Das Angebot war ein feiner Zug der Eisenbahnfreunde – es herrschte großer Bahnhof in der alten Turn- und Festhalle.

Zu ihrem 70-jährigen Bestehen hatten sich die Zugbegeisterten etwas Besonderes einfallen lassen – sie präsentierten dem interessierten und altersgemischten Publikum eine Schmalspur-Modellbahn-Ausstellung. Unter den leise summenden und schnaubenden Loks waren einige Raritäten. Neben dem Gastgeber waren befreundete Hobbybastler aus anderen Vereinen als Aussteller vertreten.

Gerhard Kruska ist Finanzvorstand bei den Breisgauern; Modelleisenbahnen liebt er seit seiner Kindheit, wie er mit glänzenden Augen erzählte. Sein Verein baut und gestaltet seit mehr als 25 Jahren Modellbahnanlagen (Baugrößen H0 und H0e) in der Modultechnik. Die rund 200 Einzelmodule werden mehrmals jährlich, immer in verschiedenen Aufbauvarianten, auf nationalen und internationalen Ausstellungen, Veranstaltungen und Messen gezeigt – jetzt in Kenzingen. Zu sehen war etwa eine Nachbildung der Preßnitztalbahn-Anlage im Erzgebirge. Auch die Meterspuranlage des Kleinbahnhofs Surava in schweizerischen Graubünden wurde gezeigt.

Dabei muss nicht unbedingt die Technik im Vordergrund stehen. Ein gutes Landschaftsbild mit detailverliebten Objekten gibt so mancher Modellbahn erst die richtige Würze. Wenn dann noch der vollautomatische Modellbetrieb funktioniert, schlägt das Herz jedes Modellbahnliebhabers höher. Dabei ist bei den Eisenbahnfreunden Breisgau so gut wie alles "Marke Eigenbau": Kruska und seine Vereinskollegen fotografierten an den Originalschauplätzen, um dann alles maßstabsgetreu aus Holz, Pappe und Plastik nachzubauen. Auch das präparierte Teilstück der Rhätischen Bahn am Haltepunkt Surava ist ein getreues Abbild des Originals.

Auf unzählige Bastelstunden folgt die Jungfernfahrt. Doch eine Anlage ist nie ganz fertig, ständig wird ergänzt, ausgetauscht und neues Gleismaterial verlegt.

"Die Dampflok hat Kraft", schwärmte ein Neunjähriger. Er kam mit seinem Vater aus dem Elsass angereist. Sie suchten speziell eine Dampflokomotive der Baureihe 23.0, wurden bei dem ansonsten reich bestückten Flohmarkt jedoch nicht fündig. Die Reise lohnte sich für sie trotzdem, sicherten sie sich doch einen Mini-Schienenbus.

Viel Aufbauarbeit steckt hinter so einer Ausstellung. Ein Nachmittag wird investiert, um alles zusammenzusetzen, damit die Waggons und Antriebswagen für den Fahrbetrieb bereitstehen. Das Wagnis, in eine größere Halle umzuziehen, habe sich dabei gelohnt, resümierte Kruska zufrieden. Er kann sich gut vorstellen, nach Kenzingen zurückkehren. Fahrplanmäßig müsste es zu schaffen sein – "wir fahren pünktlich", sagte er lächelnd, ehe seine Lieblingslokomotive noch eine Tropfen Öl abbekam.

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