Kenzingen Lohn für eine Lebensleistung

Karl Eschbach (rechts) erhielt aus den Händen von Bürgermeister Matthias Guderjan die Urkunde. Foto: Schnabl

Die Stadt Kenzingen ist um einen Ehrenbürger reicher. Karl Eschbach, früherer Ortsvorsteher von Hecklingen, hat diese besondere Würdigung für sein jahrzehntelanges Engagement erhalten.

 

Kenzingen. Die Entscheidung des Gemeinderats, dem kürzlich 80 Jahre alt gewordenen Hecklinger die höchste Auszeichnung der Stadt zu verleihen, war einstimmig ausgefallen. Zum Festakt im Rathaussaal fand sich am Freitag viel Prominenz ein. Der katholische Kirchenchor, dem Karl Eschbach seit 1951 angehört, führte gesanglich in die Feierlichkeiten ein. Seit 66 Jahren ist er auch Mitglied im Musikverein und bekleidet dort 35 Jahre lang Vorstandsämter. Den Schlussakkord intonierten die Musiker vom Rathaus-Innenhof an ihren Ehrenvorsitzenden.

Zwei Jahrzehnte in der Kommunalpolitik

Ausführlichen und kurzweilig belegte Bürgermeister Matthias Guderjan die Lebensleistung des Gewürdigten. Freundlich, verbindlich und vertrauensvoll, zurückhaltend wenn nötig, trotzdem mit wachem Blick, verlässlich in jeder Hinsicht, bescheiden und unbestechlich, intelligent und vor allem interessiert und stets offen begegnend, so charakterisierte der Rathauschef den langjährigen Kommunalpolitiker, der in den 1980er-Jahren den Vorsitz der örtlichen CDU übernahm. Bald danach wurde Eschbach in den Ortschaftsrat gewählt, dem er 20 Jahre angehörte, 15 Jahre davon als Ortsvorsteher. Im Gemeinderat vertrat er die Lich­tenecker Angelegenheiten ebenfalls 20 Jahre lang. In all dieser Zeit holte der Ortsteil von der Infrastruktur mächtig auf. Die innerörtliche Flurbereinigung und die Dorfsanierung trugen seine Hand schrift. Auch die Sanierung des denkmalgeschützten Schlosses brachte Eschbach voran. Auf dem vorgelagerten Schlosshof finden heute Hocks und Open-Air-Konzerte statt.

Guderjans Aufzählung war nicht vollzählig, zeigte aber, dass der Geehrte in 20 Jahren Kommunalpolitik viel bewegte, zusammen mit den Einwohnern sowie dem Ortschafts- und Gemeinderat. Eigennutz sei ihm fern gewesen, sein Engagement habe den Vereinen, seinem Heimatdorf und den Einwohnern gegolten. Auch die Feierlichkeiten anlässlich des 850-jährigen Dorfbestehens wollten or ganisiert sein. In der Erstellung des Buches "Ein Dorf feiert seine Geschichte" brachte er sich unermüdlich ein.

Die Verleihung des Ehrenbürgerrechts erfolgte laut Guderjan mit der ausdrücklichen Feststellung: "Herr Karl Eschbach hat sich um die Stadt Kenzingen besonders verdient gemacht". In den weiteren Festreden des heutigen Ortsvorstehers Hubert Herr, des CDU-Vorsitzenden Eberhard Aldinger, der Vorstände von Musikverein und Kirchenchor sowie Herbolzheims Bürgermeister Ernst Schilling als Vertreter des Gemeindeverwaltungsverbands kam klar zum Ausdruck, dass Eschbach durchaus klare Haltungen und Meinungen vertrat. Manchmal habe er seine Wünsche und Forderungen auch mit Charme und Schlitzohrigkeit untermauert.

Dem Geehrten selbst oblag das Schlusswort. Sprachlos sei er, und er stellte die Frage, ob er das denn alles verdient habe. Letztlich meinte er: "Ich bin einfach baff".

Die Liste der Kenzinger Ehrenbürger beginnt 1832 mit Karl von Rotteck, führt unter anderem über Franz Sales Meyer (1882) und Paul von Hindenburg (1933) zu Franz Marquardt sowie in der jüngeren Vergangenheit zu den inzwischen verstorbenen Bernhard Billharz (2002), Rolf Schmidt (2006) und Erhard Hensle (2007). Vor zwei Jahren erhielt Hermann Kaspar die Ehrenbürgerwürde und nun Karl Eschbach.

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