Kenzingen Leerstehenden Wohnraum nutzen

Renate Günter-Bächle erklärt den Teilnehmern, was die Aufgaben eines Wohnpaten sind. Foto: Göpfert Foto: Lahrer Zeitung

Die Stadt hat einen Info-Abend zum Thema "Raumteiler" veranstaltet. Bei dem Projekt geht es darum, jenen Wohnraum zu vermitteln, die sonst kaum Chancen haben und dabei gleichzeitig die Vermieter und ihre Sorgen ernst zu nehmen.

Kenzingen. Neun Interessenten hatten Ansprechpartnerin Renate Günter-Bächle und die Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes sowie die Ehrenamtlichen vor sich – ein wenig mehr hätten sie sich schon gewünscht. Dafür arbeiteten diese neun aber intensiv zusammen und überlegten, wie man Mieter und Vermieter zusammenbringen könnte. Die Problematik: Er sei ein omnipräsentes Thema in den Medien – der fehlende Wohnraum, erklärte Kenzingens Bürgermeister Matthias Guderjan. Dass in Freiburg Wohnungen knapp seien, strahle bis nach Kenzingen aus: "Baufläche, Bauen und Mieten werden teurer". Der vorläufige Höhepunkt sei 2015/16 erreicht gewesen, als viele Flüchtlinge nach Deutschland kamen.

Bisherige Erfolge: In Absprache mit dem Landratsamt und unter Einbeziehung der Baugesellschaft sei es der Stadt Kenzingen gelungen, alle ihr  zugeteilten Flüchtlinge dezentral unterzubringen und so Brennpunkte zu vermeiden. Die Ausweisung von Neubaugebieten sowie die Unterstützung von Sanierungen in der Altstadt sollen ferner dazu dienen, die Wohnungsnot zu lindern. Dem Arbeitskreis Wohnraum in Kenzingen ist es in den vergangenen zwei Jahren gelungen 25 Mal private Wohnräume an Menschen mit Fluchtgeschichte und zehn Wohnungen an Familien und Alleinstehende zu vermitteln. Das Programm: "Raumteiler" ist ein gemeinsames Projekt des Landes Baden-Württemberg, des Städtetags Baden-Württemberg und der teilnehmenden Kommen. Es soll Kommunen bei der Vermittlung von privatem Wohnraum unterstützen. Es soll auch denen die Chance bieten, adäquaten Wohnraum zu finden, die sonst auf dem Wohnungsmarkt benachteiligt sind. Gemeint damit sind Arbeitslosengeld-II-Empfänger, Familien und Alleinstehende in einer besonderen Situation, Geflüchtete und Behinderte. Gelingen soll die Wohnungsvermittlung, indem neuer Wohnraum aktiviert wird. Sprich "Quadratmeter-Besitzer" dazu animiert werden, ihren ungenutzten Wohnraum zur Vermietung zur Verfügung zu stellen. Das Team vor Ort agiert dabei als "Brückenbauer" zwischen Mietern und Vermietern.   Beteiligte: In Kenzingen sind für das Projekt Raumteiler im Einsatz: die Stadt Kenzingen mit Renate Günter Bächle, der Ortsverein des DRKs, ehrenamtlich Engagierte sowie die AGJ-Obdachlosenhilfe als Fachberatungsstelle und für die Sozialbetreuung die beiden Integrationsmanager Ulli Söllner und Martin Meyer.   Vorteile für Wohnungssuchenden: Für sie wird eine passende Wohnung gesucht, zudem bekommen sie Hilfe bei dem Organisatorischen, sei es der Abschluss des Mietvertrags, eine Abklärung der Miet- und Mehrkosten oder etwas anderes, bei dem sie Unterstützung benötigen. Vorteile für Vermieter: Ihre Bedenken und Anliegen werden ernst genommen. Die Vermittler vor Ort hören sich genau die Vorstellungen und Wünsche der Vermieter an, besichtigen auf Wunsch die Räume und vermitteln dann den passenden Mieter, der alle Kriterien erfüllt. "Kurzum: Wir begleiten das Kennenlernen", klärt Günter-Bächle auf. Auch nachdem der Mietvertrag abgeschlossen wurde, bleibt das Team des "Raumteilers" noch als Ansprechpartner erhalten. 

Wer Wohnraum sucht oder zur Verfügung stellen könnte, ist bei der Stadtverwaltung Kenzingen bei Renate Günter-Bächle vom Arbeitskreis Wohnen an der richtigen Adresse. Erreichbar ist sie unter Telefon 07644/900134 oder per E-Mail an ak-wohnraum@ kenzingen.de. Wer keinen Wohnraum hat, das Projekt "Rumteiler" aber trotzdem unterstützen will, kann Wohnpate werden. Bei diesem Ehrenamt geht es darum, sich mit kreativen Ideen, die Mieter und Vermieter helfen könnten, sowie mit Know-how und Kontakten einzubringen. Auch dazu gibt es mehr Informationen bei Renate Günter-Bächle.

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