Kenzingen Karl Weiß kündigt Rücktritt an

Karl Weiß wird sein Amt als Stadtbrandmeister von Kenzingen 2020 niederlegen. Das gab er bei der Hauptversammlung der freiwilligen Feuerwehr Kenzingen in der Herrenberghalle Nordweil bekannt.

Von Nina Ehrmann

Kenzingen. Nach 25 Jahren als Feuerwehrkommandant sei dies der passende Zeitpunkt, erklärte Weiß, der auch stellvertretender Kreisbrandmeister und stellvertretender Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands ist, und versprach, sich zeitnah nach einem adäquaten Nachfolger für das Amt umzusehen.

Weiß hatte zudem auf der Hauptversammlung einen nachdrücklichen Wunsch an den Gemeinderat. Das Löschfahrzeug LF 16/12 müsste nach 29 Jahren ersetzt werden, seine Betriebskosten seien hoch, Ersatzteile kaum noch zu bekommen.

Insgesamt blicke die Wehr auf "ein weniger gutes Jahr 2018 zurück", erklärte Weiß: Sechs Mitglieder der Wehr verstarben im vergangenen Jahr.

Derzeit zählt die freiwillige Feuerwehr 141 Mitglieder. Die Abteilungen der Feuerwehr bewerkstelligten 2018 103 Einsätze, was für eine freiwillige Wehr eine große Herausforderung sei und die vorhandenen Kapazitäten voll auslaste. "Wir sind an der Leistungsgrenze des Machbaren im Ehrenamt angekommen", berichtete Weiß und wies in diesem Zusammenhang auf die zeitintensive Gerätewartung nach Brandeinsätzen. Die häufigsten Notrufe gingen aufgrund technischer Hilfeleistungen ein, 35 Mal rückte die Feuerwehr zu Brandeinsätzen aus. Weitere Hilfe leistete die Feuerwehr bei Verkehrsunfällen, Ölspuren, Tieren. Es kam auch zu einem Umweltschutzeinsatz, da Passanten Chemikalien falsch entsorgten.

Die größte Herausforderung im Jahr 2018 war der Großbrand im Europa-Park im Mai. Dabei bewerkstelligen die Abteilungen Kenzingen und Herbolzheim einen eigenen Brandabschnitt, berichtete Tobias Burkhart. Die Zusammenarbeit erfolgte auf hohem Niveau und funktionierte sehr gut, bei diesen nicht alltäglichen Großeinsätzen hätten die Wehrmänner und -frauen von ihren zahlreichen Trainingsstunden und Simulationen profitiert, bescheinigten sowohl Weiß als auch Bezirksbrandmeister Adrian Wibel.

Auch die Jugend mit ihren 54 Mitgliedern blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Während man den Schwerpunkt im Winter mehr auf theoretische Übungen legte, unterstütze die Jugend im Sommer durch Straßenabsicherungen bei den Weinfesten oder mit Abräumen von Geschirr beim Maihock. Stolz ist die Jugend auf ihre neuen Winterjacken, die aus Spenden finanziert wurden.

Der Kassenbericht wies für das Jahr 2018 ein deutliches Plus aus.

Anschließend kam es zu Ehrungen und Beförderungen. Zahlreiche Mitglieder wurden für Jahrzehnte bei der Wehr geehrt. Paul Eschbach blickt mittlerweile auf eine 70- jährige Mitgliedschaft zurück.

Eine ganz besondere Ehrung, die das Land Baden- Württemberg und der KreisFeuerwehrverband nur zwei Mal jährlich und in einer begrenzten Anzahl vergeben dürfen, erhielten Markus Kaspar, Reiner Hensle und Thomas Ambs mit dem Ehrenkreuz.

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