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Kenzingen Immer ein offenes Ohr für die Mitmenschen

Kenzingen (ws). Mehrere Vereine und Institutionen in Kenzingen kümmern sich um ältere und hilfsbedürftige Mitbürger. Gleich in drei Einrichtungen ist Marianne Tießler mit von der Partie. Sie engagiert sich ehrenamtlich beim Kenzinger Hilfsfonds, bei der Lokalen Agenda und beim Förderverein des Kreisseniorenzentrums. "Ich kann mit meiner Tätigkeit Dankbarkeit erzeugen und anderen Menschen etwas geben, denn mir geht es gut", sagt Tießler.

 

Beim Hilfsfonds fing alles 1994 mit einer Idee des damaligen Bürgermeisters Claus Kopinski an. Menschen, denen es gut geht, helfen Menschen, die unverschuldet in eine Notlage geraten sind und bei denen staatliche Hilfen nicht mehr greifen – der Kenzinger Hilfsfonds war ins Leben gerufen, mit Marianne Tießler als Leiterin.

22 Jahre sind inzwischen vergangen. 1600 Mal wurden finanzielle Unterstützungen oder Sachspenden gewährt. 2009 ist aus dem Hilfsfonds eine Bürgerstiftung geworden. Für Marianne Tießler änderte sich nichts. Die Erfolgsgeschichte erfuhr ihre Fortsetzung. Über 100 000 Euro sammelten sich an Spenden an. Etwas mehr als die Hälfte wurde ausgeschüttet. Die Sachspenden noch gar nicht eingerechnet.

2001 meldete sich mit Matthias Guderjan der nächste Rathauschef. In Kenzingen entstanden im Zuge der Lokalen Agenda vier Arbeitskreise, Marianne Tießler leitete die Gruppe "Kultur und Soziales". Auch die Vorbereitungen zur Gründung des Seniorennetzwerks 50+ wurden im Hause Tießler abgewickelt. Unter ihrer Ägide formierte sich ein kreativer Frauentreff. Nach wie vor ist das 14-tägige "offene Singen" ein Renner für alle Stimmlagen. Viel Bewährtes ist heute noch Bestandteil im Kulturkalender. 18 Ausstellungen und 13 Vorträge verschiedener Interessensgebiete hat es inzwischen gegeben.

Darüber hinaus blieb noch Zeit für die 69-Jährige, sich im Kreisseniorenzen­trum und im Seniorenheim der Arbeiterwohlfahrt einzubringen. Eine ihrer ersten Amtshandlungen war die Initiierung einer Spendensammlung für ein Wassertretbecken, die fast 8000 Euro einbrachte. 2009 konnte ein behindertengerechtes Rennrad für 6200 Euro angeschafft werden.

So viel Fürsorge für eine Kreiseinrichtung blieb Landrat Hanno Hurth nicht verborgen. Marianne Tießler war auch für Heimleiter Achim Ettwein Wunschkandidatin für den Vorsitz des zu gründenden Fördervereins. Einstimmig wurde sie gewählt. Das Heim verfügt inzwischen über vier Ruhesessel, Tische und Stühle für die Balkone sowie zwei Patientenlifter, die das Aufstehen erleichtern. "Alles Anschaffungen, die aus dem Etat nicht zu bestreiten gewesen wären", wie Ettwein unlängst bekräftigte.

Das Ehrenamt in einer großen Gemeinschaft bereitet Marianne Tießler Freude und erfüllt sie. Das hält sie jung, und so profitiert auch sie von ihrem Idealismus.

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