Kenzingen Holz-Kunst sorgt für Begeisterung

Aus Bäumen Kunst herstellen – das haben acht Kreative beim siebten Holzbildhauersymposium geschafft. Mit der Finissage endete das einwöchige öffentliche Werkeln im Bürgerpark, für das sich zahlreiche Menschen interessiert haben.

Kenzingen. "Die Kunst ist eine Vermittlerin des Unaussprechlichen", meldete sich eine begeisterte Besucherin noch vor dem Rundgang zu Wort. Sie zitierte Goethe, der bekanntlich auch an der gestalteten Kunst Gefallen fand. Der Dichterfürst dürfte sehr angetan davon gewesen sein, wie die Holzbildhauer das Thema "Wegweiser" in Kenzingen künstlerisch umgesetzt haben: Von abstrakten Formen bis zu realistischen Figuren war eine große Vielfalt zu bewundern. Über die Sprache der Kunst kommunizierten die Holzbildhauer miteinander, tauschten sich darüber hinaus mit dem Publikum im luftigen Parkatelier aus.

"Man ist geneigt, ins Schwärmen zu geraten", begann Rathauschef Matthias Guderjan sein positives Fazit. Es sei eine Freude, wie gut alles geklappt habe. Revierleiter Johannes Kaesler, den Waldarbeitern, dem Betriebshof und den Damen vom Rathaus dankte der Bürgermeister besonders.

Nicht nur in Kenzingen, sondern auch aus der gesamten Raumschaft strömten Kunstinteressierte in den Bürgerpark. Bei optimalem Sommerwetter sind dort acht Objekte unterschiedlicher Art entstanden. Das Rahmenprogramm mit dem Ensemble "Pipes and Drums", der BMX-Show einer Schuttertäler Gruppe und der Lichtshow am Vorabend der Finissage will Guderjan beim nächsten Event in zwei Jahren noch intensiver ankündigen.

Nun aber zu den Künstlern. "Immer der Nase nach" war das Motto von Peter Ripka. Auf langen Beinen führt das Geruchsorgan zum Ziel. "Der Weg ist das Ziel", hieß es indes bei Susanne Paucker, die ihrer Bremer-Stadtmusikanten-Skulptur Leben einhauchte. Holz hat Dynamik, weiß Lukas Schmid, und die darf der Betrachter seines Stapels Bücher nutzen. Denn er muss mehrfach um das Monument herumlaufen, damit sein Zitat gelesen werden kann.

Bremer Stadtmusikanten Leben eingehaucht

Vjeskolav Filipovic aus Vinkovci fertigte eine Figur aus Lindenholz an. Die Steigerung der Quadratur des Kreises vollendete der Japaner Naruo Nishimura in seinem Fantasiewerk "Kubismus trifft Erdkugel". Mit seiner dekonstruierten Einheit "Kenzingen und Japan" zog er große Aufmerksamkeit auf sich.

Eine Stelengruppe weist Nicola Dormagen die Richtung. Ihr "Leitpfahl Heimat" sprach vor allem die Ästhetiker an. Auch Rafail Georgiev widmete sich der Säulentechnik. Exakt und streng will er mit "Our solar system" die Grenzen des Universums an einem einzigen Stamm symbolisieren. Von Peer Oliver Nau war zu hören, dass ein Tor immer ein spezieller Wegweiser sei. So schuf er ein mächtiges Portal und lud alle zum Passieren ein.

Wer noch keine Gelegenheit hatte die Kunstwerke zu begutachten, der kann dies problemlos nachholen: Sie werden noch mindestens acht Monate vor Ort ausgestellt. Einige Exponate sind auch käuflich zu erwerben.

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