Kenzingen Graffiti als "reizvolles Thema"

Feiern die Ausstellungseröffnung (von links): Jürgen Hoffmann und Andreas Ernst Foto: Hanns-Heinrich Schneider

Kenzingen (red/jg) - Die sechzehnte Kunstausstellung der evangelischen Kirchengemeinde unter dem Motto "Kunst und Kirche in Kenzingen" wurde am Sonntag in Anwesenheit des Künstlers Andreas "zoolo" Ernst eröffnet. Thema der Ausstellung ist: "einfach ernst". Das Besondere dieser Kunstausstellungen ist, dass sie mit einem Gottesdienst eröffnet werden, dem sich die Vernissage im Gemeindehaus anschließt.

 

Schon im Gottesdienst wurde eines der markanten Bunkerbilder ausgestellt. Ernst hat am Atlantik unter großer Beachtung der Öffentlichkeit alte Kriegsbunker bemalt. Pfarrer Andreas Hansen machte in seiner Predigt deutlich, dass "Gegenstände so eine Signatur bekommen, ein Lebenszeichen gegen das Grau des Betons". Er verwies auf Ernsts neues Graffiti am evangelischen Gemeindehaus, das man als ein "Lob der Schöpfung" betrachten könnte. Umrahmt wurde der Gottesdienst von der Kantorin Jakoba Marten-Büsing und dem Züricher Saxofonisten Harry White, die mit großem Beifall bedacht wurden.

Der Vorsitzende des Arbeitskreises "Kunst im Gemeindehaus", Jürgen Hoffmann, wies bei seiner Begrüßung der Gäste im gut besuchten Gemeindehaus darauf hin, dass Graffiti für die Öffentlichkeit sicher ein "Reizthema" sei, für den Ausschuss allerdings ein "reizvolles Thema". Dem Ausschuss war von Anfang an bewusst, dass diese Kunstform auch zu kritischen Diskussionen führen muss. Ganz ähnlich formulierte es Bürgermeister Matthias Guderjan in seiner Begrüßung, der in der Graffiti-Kunst eine "spannende Kunst" sieht.

Im Gemeindehaus sind Einzelwerke Ernsts zu sehen sowie ein Original-Objekt, eine Jalousie aus der abgebrochenen Volksbank in Freiburg. Die Ausstellung ist bis zum 6. Mai sonntags und am Dienstag, 1. Mai, jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Zudem ist es möglich, die Erke nach Anmeldung im Pfarramt unter Telefon 07644/2 77 zu besichtigen.

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