Kenzingen Funke springt auf Zuhörer über

Dieter Vögt (links), Dirigent Zsolt Sandor (Zweiter von links) und Volker Götz (rechts) ehrten verdiente Musiker. Foto: Meier Foto: Lahrer Zeitung

Das Jahreskonzert des Musikvereins Nordweil ist stets einer der Höhepunkte im Veranstaltungskalender des Weinorts. Auch diesmal ist der Abend den hohen Erwartungen gerecht geworden.

Nordweil. Einen Musikgenuss versprach der Vorsitzende Volker Götz in seiner Begrüßung. Und gleich der Auftakt – das Stück "La Fanfare" von Hermann Egner –­ setzte mit Posaunen und Trompeten Akzente. Schwungvoll ging es mit der "Tritsch-Tratsch-Polka" von Johann Strauss weiter. Mit dieser Schnellpolka machte der berühmte Komponist sich seinerzeit über Zeitungen lustig, die Falsches über sein Privatleben verbreitetet hatten. Auch bei der "Kleinen Ungarischen Rhapsodie" war das 46-köpfige Ensemble mit Feuer und Leidenschaft dabei.

Der "Laridah-Marsch" von Max Hempel wird immer wieder in die Aufführungen des Musikvereins eingestreut. Diese Perle der Marschliteratur hatten schon frühere Dirigenten konzertant aufgepeppt. Dem wollte sich auch Zsolt Sandor nicht entziehen, dem seit fünf Jahren die Stabführung obliegt. Mit "Choral and Rock-Out" endete der erste Teil.

Nach der Pause musste das Publikum auf das nächste Klangwunder nicht lange warten. Mit welcher Einheit und Freude die Musiker ihrer Leidenschaft nachgehen, bewiesen sie beim Medley "Earth, Wind and Fire" nach einem Arrangement von Richard Saucedo. Immer wieder baute das Orchester diszipliniert seinen Klang neu auf, sicher geleitet von Zsolt Sandor. Das galt auch für bei "You raise me up". Daniel Hensle und Dieter Vögt vereinten auf ihren Ins­trumenten Dramatik mit hymnischer Musik.

Ein Unwetter zog im Schlussteil auf – zumindest akustisch über Lautsprecher. "It’s raining men", das Halleluja kam als Chorus aus hunderten Menschenkehlen in der Halle. In "Morricone’s Melody" entlockte Elmar Hensle seiner Trompete lupenrein die Tonleiter. Drei Pop-Rock-Klassiker beherbergen die Notationen von "Rock it". Die Melodie diente Volker Götz, um im Abspann Dankesworte an ein großartiges Publikum zu richten, das natürlich eine Zugabe forderte: Katharina Götz sang den Titelsong aus dem gleichnamigen James-Bond-Agententhriller "Skyfall". Mucksmäuschenstille herrschte in der vollbesetzten Herrenberghalle. Nach dem andächtigen Schweigen dann das kollektive Applaudieren für eine mehr als gelungene Darbietung.

In das abendfüllende Konzert wurden die Ehrungen langjähriger Instrumentalisten eingebettet. Volker Götz und Dieter Vögt gratulierten Julika von Thun und Carolin Hämmerle zu ihrem 30-jähriges Mitwirken. 35 Jahre sind Christine Minke, Katja Winterhalter, Isolde Röderer, Isolde Stegmüller, Bernd Frank, Ralf Hensle und Jürgen Hügle mit dabei.

Zsolt Sandor ist 1983 in Budapest geboren. Auch sein Vater ist Berufsmusiker, die Mutter ist Kleinkinderpädagogin. "Schon als kleines Kind bin ich mit der Musik in Berührung gekommen", wird der Dirigent auf der Internetseite des Vereins zitiert. In einem Studium in Györ erwarb er ein Trompetenlehrer-Kammermusiker-Diplom und ein Meisterdiplom.

  • Bewertung
    0