Kenzingen Fundiert: Exkursion und Vortrag

Werner Heiland-Justi referierte über "Die Markgrafen von Baden". Foto: Schnabl Foto: Lahrer Zeitung

Kenzingen (ws). Das evangelische Gemeindehause ist gut besucht gewesen. Der Heimat- und Verkehrsverein (HuV) nahm das Markgräflerland unter die Lupe und ließ sich von Professor Werner Heiland-Justi über die Markgrafen von Baden aufklären. Dem voraus ging eine Exkursion.

Lange Zeit war das Markgräflerland eine protestantische Insel im katholischen Vorderösterreich, für den HuV ein dringliches Anliegen, die Ur-Badener zu besuchen. Zuerst wurde der barocken Wallfahrtskirche Sankt Ulrich ein Besuch abgestattet. Der idyllisch gelegene Ort Staufen mit seiner tragisches Geschichte durch missglückte Erdwärmebohrungen, wurde danach angesteuert. Das Römermuseum "Villa urbana" in Heitersheim und das aus dem 11. Jahrhundert stammende Malteserschloss waren die nächsten Ziele.

Nach der Mittagspause stand die frühromanische Kirche Sankt Cyriak auf dem Programm. Eine durch und durch interessante wie informative Exkursion, bestätigten die Mitreisenden nach der Rückkehr.

Hintergrundinformationen aus erster Hand für die 60 Zuhörer lieferte dann der Referent Heiland-Justi zur Historie der Markgraf’schen Dynastie. Bis 2002 war er Professor für Experimentalphysik an der Universität Osnabrück. Danach recherchiert er über mittelalterliche Geschehnisse.

Die erste Station der Markgrafen-Dynastie reicht zurück ins Jahr 1048 mit Berthold I., einem Grafen verschiedener Herrschaftsgebiete wie der Ortenau, dem Thurgau, dem Breisgau bis auf die Baar. Hermann I. war als ältester Sohn Stammvater der Linie der Badischen Markgrafen. Im 10. Jahrhundert reichte das Herrschaftsgebiet der Alemannen bis nach Franken, und nordwestlich bis ins Elsass und dem sogenannten "Nordgau". Während sich der alemannisch-fränkische Einfluss stark ausprägte, verloren die breisgauischen Besitzungen an Bedeutung.

"Türkenlouis" wird der Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden (1655-1707) genannt. Er war Regent, Bauherr, Generalleutnant und siegreicher Feldherr in den Türkenkriegen. Teils dubiose, teils rechtschaffene Markgrafen reihten sich in die Phalanx ein. Am 22. November 1918 dankte der letzte Großherzog von Baden, Friedrich II., im Zuge der Novemberrevolution ab. Prinz Max von Baden war der letzte Kanzler im Kaiserreich. Am 3. Oktober 1918 ernannte Kaiser Wilhelm II. den als liberal geltenden Prinzen dennoch zum Reichskanzler. Zur Zeit der Weimarer Republik spielte er dann keine staatspolitische Rolle mehr. Er starb im Jahr 1929.

Im Anschluss an den Vortrag stand Heiland-Justi den Zuhörern Rede und Antwort.

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