Kenzingen Der Kenzinger Umbruch ist noch nicht zu Ende

Der Kenzinger Trainer Florian König will auch in Zukunft auf die Jugend setzen. Der Umbruch wird noch ein bis zwei Jahre dauern, sagt er. Foto: Wendling Foto: Lahrer Zeitung

Der TB Kenzingen hat die nächste Phase des sportlichen Umbruchs abgeschlossen, belegte nach Platz neun 2018/2019 nun Rang vier in der vorzeitig abgebrochenen Landesliga-Runde. Der Trend zeigt nach oben, "wir wollten vor der Runde einen Platz unter den ersten Sechs erreichen. Das haben wir übererfüllt, uns als Team etabliert, das System stabilisiert und uns auch spielerisch entwickelt", fasst Florian König, seit 2018 Trainer der Üsenberger, zusammen.

Turniersieg als Mutmacher

In der Vorrunde gelang das Kompensieren einiger Ausfälle, zum Start 2020 gelang überraschend der Sieg beim Dreikönigsturnier, gegen zum Teil höher spielende Nachbarn. "Der Prestigeerfolg hat die Mannschaft getragen durch die Rückrunde. Auch deshalb war der letztendliche Abbruch schade, wenngleich alternativlos", so König. Seit dem Abbruch wurde durchgehend trainiert, Mannschaft, Trainer und ein Physiotherapeut stehen regelmäßig in Kontakt. "Von 14 Spielern waren vier verletzt, neben Rehaplänen für sie arbeitet auch der Rest nach Plan. Wir setzen auf Eigenverantwortung, ich habe aber auch Verständnis, wenn die Umfänge dieser Tagen auch mal etwas geringer ausfallen. Wir alle haben gerade auch noch andere Sorgen", sagt der Coach.

Fokus auf der Jugend

Gleichzeitig macht sich der 32-Jährige Gedanken über den Neustart: "Selbst wenn ab Juni wieder in Kleingruppen trainiert werden dürfte, könnte es bis September – je nach weiterer Entwicklung – eng werden. Zehn bis zwölf Wochen Vorbereitung sollten es schon sein. Wenn es nur sechs werden, müssten wir uns auch darauf einstellen", hält Florian König fest.

Aktuell befinde sich die Mannschaft weiter im Umbruch – "das wird noch ein, zwei Jahre dauern, der Fokus wird auf jungen Spielern bleiben", prognostiziert König. Er spürte von Beginn an starken Rückhalt vom Verein, obgleich der damalige Ringsheimer Spielertrainer in der Bezirksklasse noch nicht so viel Erfahrung vorweisen konnte. Man lernte sich kennen, näherte sich an. Bis heute herrsche "von Verein und Spielern hohe Wertschätzung". "Mir sind Offenheit und Vertrauen wichtig. Jeder kann sich, unabhängig vom Alter, einbringen", betont der Trainer.

Ziel: Top-Fünf-Platzierung

Ambitioniert wird auf kommende Saison hingearbeitet. König würde einen Platz unter den ersten vier, fünf Teams gerne bestätigen, weist aber auf Unwägbarkeiten der Liga hin. Ehingen und St. Georgen gelte es zu beachten, neu hinzu kämen Teams, deren Stärke es kennenzulernen gelte. "Ich glaube, dass die Pause die Spieler richtig motiviert hat. Selbst bei kurzer Vorbereitung ist das auch Einstellungssache", verdeutlicht der Kenzinger Coach.

Kader wird breiter

Das Vorhaben soll durch verbreitertes Personal gestützt werden. Der Kader bleibt im Grunde unverändert zusammen, einzig Tobias Motz tritt berufsbedingt etwas kürzer. Die Neuen Jonas Motz (Köndringen/Teningen), Andreas Motz (Freiburg), Michael Fedorov (Ringsheim) und Yannik Apel (Bötzingen) erweitern die Spielerzahl auf 17 bis 18. "Wir werden diese Breite brauchen. Verletzungen können immer vorkommen, mit elf, zwölf Spielern kann man keine ganze Landesliga-Saison durchstehen", betont König. Er setzt auf junge Kräfte, mehr verteilte Verantwortung – auch, um die Etablierten etwas zu entlasten. Bei Neuzugängen hat König klare Grundsätze: "Es muss von der Idee passen, nur individuelle Qualität reicht nicht. Mir ist Sozialkompetenz wichtiger, als wenn einer 220 Buden erzielt."

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