Kenzingen BI befürchtet hohe Lärmschutzwände

Das Thema Bahnausbau sorgt weiter für Gesprächsstoff (von links): Georg Binkert (Bürgerinitiative), Kenzingens Bürgermeister Matthias Guderjan und die beiden SPD-Bundestagsabgeordneten Annette Sawade und Johannes Fechner. Foto: Ande

Beim Jahrhundertbauwerk geht’s um Sekunden: Beim Ausbau der Rheintalbahn zwischen Offenburg und Basel kann eine Zeitersparnis für den ICE von 30 Sekunden zu 250 Millionen Euro Mehrkosten und großen Beeinträchtigungen entlang der Strecke führen.

Kenzingen. Sollte die Deutsche Bahn ihr Vorhaben wahr machen und die Bahntrasse zwischen Kenzingen und Orsch­weier auf Tempo 250 ertüchtigen, dann wären neben den erheblichen Mehrkosten auch bis zu zehn Meter hohe Lärmschutzwände erforderlich. Das sagte Georg Binkert von der Bürgerinitiative (BI) Bürgerprotest Bahn Kenzingen-Herbolzheim, als sich am Mittwoch vergangener Woche der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Fechner gemeinsam mit seiner Fraktionskollegin Annette Sawade (Mitglied des Verkehrsausschusses) im Kenzinger Rathaus über den Ausbau der Rheintalbahn informierte.

Die BI fordert ebenso wie Bürgermeister Matthias Guderjan, der auch an dem Gespräch teilnahm, eine Begrenzung der Maximalgeschwindigkeit auf 230 Stundenkilo meter. Tempo 250 würde zwischen Basel und Offenburg bei 36 Minuten Fahrzeit nur zu einer Reduzierung von 30 Sekunden führen. Für diesen geringen Zeitgewinn müssten zwischen Kenzingen und Orsch­weier vier statt zwei Gleise gebaut werden, damit der ICE den Nahverkehr überholen kann, so die BI. Bürgermeister Guderjan befürchtet, dass entgegen dem Bundestagsbeschluss durch diese Planung eine Bündelungs-Trasse light komme. "Der vermeintliche Sieg wäre ein Stück weit Geschichte, wenn es hier keine vernünftige Lösung gibt", sagte er. Der bis zu zehn Meter hohe Lärmschutz (drei Meter Bahndamm und sieben Meter Lärmschutzwände) wäre laut BI erforderlich, weil bei den Höchstgeschwindigkeiten der Stromabnehmer so laut ist.

Die betroffenen Gemeinden haben zu diesem Themenkomplex im Frühjahr eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die am 13. September in Auggen vorgestellt werden soll, so Gerhard Kaiser vom Bürgerbündnis Bahn Markgräflerland. Nach seinen Angaben könnten die Mehrkosten für eine Ertüchtigung der Strecke auf 250 Stundenkilometer sogar bei 400 bis 500 Millionen Euro liegen, und dies bei Gesamtkosten von 800 Millionen Euro. Auch zu dem finanziellen Aspekt dürfte das Gutachten nähere Angaben machen.

Fechner und Sawade sagten ihre Unterstützung zu.

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