Kehl Matmour ist nicht mehr Trainer in Kehl

Krisenstimmung beim Kehler FV. Nach der Schlappe am Samstag holte Trainer Karim Matmour in der Pressekonferenz zum Rundumschlag aus. Nun der nächste Paukenschlag: Ex-Profi Matmour ist nicht mehr Trainer des Verbandsligisten.

Der 33-Jährige begann seine Karriere bei Racing Straßburg und wechselte 2004 zum SC Freiburg, wo er vier Jahre spielte. Es folgten Stationen in Mönchengladbach, Frankfurt, Kaiserslautern sowie im Ausland. Er absolvierte 30 Länderspiele für Algerien, bevor er 2017 die aktive Karriere beendete und seine Trainerlaufbahn begann.

Am Montagabend veröffentlichte der Traditionsverein aus der Grenzstadt auf seiner Facebook- und Webseite die kurze Mitteilung. Demnach haben der Verein und Matmour "einvernehmlich beschlossen, die bisherige Form der Zusammenarbeit zu verändern." Erst zu Saisonbeginn hatte Matmour Heinz Braun, der in die Rolle des Co-Trainers zurückging, beerbt. Nun soll Braun wieder das Zepter in die Hand nehmen und die Mannschaft coachen. Matmour wird sich dagegen "zukünftig voll auf seine Trainerausbildung konzentrieren, um mittelfristig wieder eine Tätigkeit im Bereich des Profi-Fußballs wahrzunehmen", heißt es weiter.

Die Nullnummer in Waldkirch am vorvergangenen Spieltag war dann der erste Weckruf für den mit Vorschusslorbeeren bedachten KFV. Spieler, Trainer und Funktionäre waren mit der Leistung überhaupt nicht zufrieden – die Emotionen kochten über. Spielführer Stefan Laifer lieferte sich vor der Mannschaft mit Trainer Matmour ein Wortgefecht. Der Ex-Profi fühlte sich beleidigt und suspendierte Laifer daraufhin für drei Wochen "Das war keine Beleidigung", meinte Laifer zum sportlichen Leiter Jürgen Sax, der selbst nicht vor Ort war. Wäre er anwesend gewesen, hätte er es nicht so weit kommen lassen, betont er.

Am Samstag nach der 2:6-Niederlage gegen den Freiburger FC legte Matmour dann nach und ließ sich auch von Sax nicht den Mund verbieten. Um die Autorität Matmours jedoch nicht zu untergraben, wollte er es bei der Suspendierung Laifers belassen, hieß es vor Montagabend. Doch dann kam es wohl doch zur Trennung. Komplett getrennte Wege wollen der Verein und Matmour jedoch nicht gehen. Vielmehr wolle man die "Kooperation auf neue Füße stellen", wie Matmour in einem Statement auf seiner Facebook-Seite schreibt. Wie genau die neue Form der Kooperation aussieht, blieb dabei zunächst unklar.

In der kurzen Presseinformation des Vereins heißt es lediglich: "Karim Matmour steht dem KFV auch in der Zukunft weiterhin beratend und unterstützend zur Verfügung. Er wird in diesem Zusammenhang insbesondere die Bereiche sportliche Weiterentwicklung und Marketing be­gleiten."

Auf Nachfrage verwies der Verein lediglich auf die eigene Pressemitteilung sowie die Botschaft Matmours. Telefonisch waren am Dienstag weder Funktionäre noch Spieler erreichbar. "Nun möchte ich im Trainerbereich den nächsten konsequenten Schritt machen und die mir aktuell zur Verfügung stehende Chancen nutzen", heißt es in der Stellungnahme des Ex-Profis weiter, der die Entscheidung, im Amateurbereich tätig zu sein, nach eigener Aussage nie bereut hat. Nach den ersten schwachen Leistungen hatte er aber bereits eingestanden, dass es für ihn eine Umstellung sei. Für den nun verantwortlichen Trainer Braun gibt es dagegen keine große Neuerung. Er kennt Mechanismen und Mannschaft.

Wie es nun im Verein in der Grenzstadt weitergeht, ist nur schwer abzusehen. Mit Matmour, dessen Name eigentlich Spieler nach Kehl hatte locken sollen, verliert der KFV sein Zugpferd. Ob ein Yacine Abdessadki auch ohne seinen ehemaligen Mitspieler Matmour bleibt und ob Neuzugang Samuel Ntjam Manguele weiter die Schuhe für den KFV schnüren wird, bleibt abzuwarten. Fest steht bisher nur, dass am Samstag ein schweres Spiel in Kuppenheim auf dem Plan steht – mit Heinz Braun als Cheftrainer an der Seitenlinie.

  • Bewertung
    0