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Karlsruhe Boten kein Bargeld aushändigen

Karlsruhe. Auch am Donnerstag haben erneut falsche Polizeibeamte und Trickanrufer durchweg ältere Personen angerufen und ihr Glück versucht.

 

In Karlsruhe-Knielingen übergab laut Angaben der Polizei am Vormittag eine 94 Jahre alte Frau an einen Unbekannten an ihrer Haustüre 400 Euro, nachdem sich eine weibliche Stimme als eine Verwandte ausgegeben hatte, die in einer Notlage sei und dringend Bargeld benötige.

Der Geldabholer war etwa 30 Jahre alt und schlank. Er trug schwarzes Haar mit Seitenscheitel und war mit einem grauen Pullover bekleidet.

Fragen nach Bankkonto

In Bretten überwies am Donnerstag gegen 13.40 Uhr ein 70-Jähriger online 3000 Euro vermeintlich an das Bundeskriminalamt. Eine angebliche "Frau Jünger" hatte sich am Telefon als Angehörige des Bundeskriminalamtes ausgegeben und einen "Kollegen Graf" zurückrufen lassen, der zunächst 8000 Euro haben wollte. Das Geld sei für weitere Ermittlungen gegen einen Täter, der den Geschädigten schon einmal betrogen hatte. Letztlich konnte das Opfer nur 3000 Euro überweisen, mit dem sich der falsche Kriminalbeamte natürlich auch zufrieden gab.

Bei versuchten Taten blieb es am selben Tag gegen 14.30 Uhr in Ettlingen und in Pfinztal. Eine vorgebliche Polizeibeamtin hatte bei einer 85-jährigen Ettlingerin angerufen. Bei einem Einbruch "Im Ferning" sei eine Einbrecherbande festgenommen worden, bei der man persönliche Papiere der Angerufenen gefunden habe. Die betagte Frau wurde gebeten, ihre Bankauszüge wegen unberechtigten Abbuchungen zu prüfen und Fragen nach ihrem Bankkonto zu beantworten. Hierauf beendete die 85-Jährige das Telefonat.

Um einen klassischen Schockanruf handelte es sich hingegen in Pfinztal-Söllingen. Dort wurde gegen 15.30 Uhr eine 74 Jahre alte Frau angeblich von ihrer Enkelin angerufen, die einen schweren Unfall gehabt habe und dringend Hilfe benötige. Näheren Rückfragen seitens der Seniorin nach dem Namen ihrer Enkelin hielt die Anruferin nicht stand, worauf das Telefonat beendet wurde.

Sofort über Notruf melden

Das Polizeipräsidium Karlsruhe bittet bei derartigen oder ganz ähnlich klingenden Anrufen, sich umgehend über den Polizei-Notruf 110 zu melden, den Fall zu schildern und die weiteren Weisungen der "echten Polizeibeamten" zu befolgen.

Um sich großen Jammer zu ersparen, sollten keinesfalls an Fremde oder irgendwelche Boten Bargeld oder Wertsachen ausgehändigt und auch keine Überweisungen veranlasst werden.

In diesem Zusammenhang werden insbesondere jüngere Mitbürger angehalten, ihre betagten und möglicherweise allein lebenden Angehörigen über diese Vorgehensweisen zu informieren.

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