Kappeler Wohnprojekt nimmt Hürde Rat stimmt Infrastruktur fürs "Mühlenareal" zu

Michael Masson
So stellten sich die Planer die Bebauung auf dem ehemaligen Mühlen- und Sägeareal in Kappel vor. Quelle: Unbekannt

Die Planungen für das Kappeler Wohnprojekt "Mühlenareal" schreiten zügig voran. Nun wurde dem Gemeinderat die Planung des privaten Investors zur Infrastruktur vorgestellt, nämlich zum Straßenneubau und einer zu sanierenden Brücke.

Gemäß einem städtebaulichen Vertrag wird westlich der alten Kunzmühle ein Wohnareal entstehen (wir berichteten). Der Investor stellt dort auch in eigener Regie eine neue Infrastruktur her, die anschließend wieder in die Hand der Gemeinde übergehen wird. Seniorchef Bernhard Keller vom damit betrauten Riegeler Ingenieurbüro Keller erläuterte die Straßenplanung zwischen der Mühlen- und Eisenbahnstraße. Teils sei dort die Steigung mit bis zu 13 Prozent sehr hoch. Darum müsse die neue Straße zum Ausgleich teilweise um bis zu 1,4 Meter erhöht werden. Die Breite soll einen Regel-Querschnitt von ausreichenden 4,5 Metern betragen, plus Parkplätzen. Zudem werden neue Schmutz- und Regenwasserkanäle und Kanäle zur Wasserversorgung eingebaut.

Brücke an der Sägemühle wird saniert

Frank Andlauer (CDU) erkundigte sich, ob ein 21 Meter langes Straßenstück zur Eisenbahnstraße hin mit fünf Prozent Gefälle keine Gefahrenquelle wäre. Das Risiko sei überschaubar, entgegnete Keller. Überdies könne man dort wegen der unterhalb geplanter Garagenausfahrten kein anderes Niveau wählen. Die künftige Kanalführung sei so ausgelegt, dass neben der neuen Straße mehr Abstand zu Bäumen erreicht werde. Schließlich gab der Gemeinderat die Ausführungsplanung des Straßenbaus bei einer Nein-Stimme und einer Enthaltung frei und stimmte den vorgelegten Grundstückszuteilungen zu.

Auch die Brücke über die Elz soll im Zuge des Wohnprojekts saniert werden: Die bisherige Brücke an der Sägemühle hat nach statischen Berechnungen nur noch eine Belastungsgrenze von sechs Tonnen, ursprünglich eingetragen wurden zwölf. Neue Beton-Vorpfähle sollen die sanierungsbedürftige Brücke ertüchtigen. Dafür wird derzeit mit rund 300 000 Euro Baukosten gerechnet, je zur Hälfte vom Investor und der Gemeinde zu tragen. Auch der vorgelegten Brücken-Ausführungsplanung stimmte der Gemeinderat zu und deckelte dabei seinen Kostenanteil zur Brückensanierung vorsichtshalber auf maximal 150 000 Euro.

Gemeinderat beauftragt eigenes Ingenieurbüro

Weil das Mühlenareal-Projekt samt späterer Wieder-Übernahme von Brücke, Straßenbau und Abwasserbeseitigung laut Verwaltungsvorlage sehr komplex sei, sicherte sich der Gemeinderat zusätzlich ab. Für eine Honorarsumme von rund 8000 Euro beauftragte er das Freiburger Ingenieurbüro Unger zum Mühlenareal mit "Beratungs- und Kontrollaufgaben im Rahmen der Qualitätssicherung".

Ingenieur Bernhard Keller rechnet damit, dass schon im Januar ein Baugutachten zur Mühlenbrücke vorliegt und im März die dazugehörigen statischen Berechnungen. Ab Juni 2022 könnte dann eine entsprechende Bau-Ausschreibung erfolgen. Ansonsten solle im September 2022 mit der eigentlichen Bebauung im Mühlenareal begonnen werden, wenn alles klappt. Sprich: Wenn mit den parallel zum neuen Bebauungsplan derzeit in Vorbereitung befindlichen Bauanträgen des Investors gemeindliches Einvernehmen erzielt wird. Doch das gilt angesichts des dringenden Gemeindewunsches nach mehr Wohnraum nicht als kritisch.