Kappel-Grafenhausen Zusammenarbeit der Wehren wird vereinfacht

Die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit bei den Feuerwehren hat sich bewährt – und soll in Zukunft weiter intensiviert werden. Symbolfoto: Vichra Foto: Lahrer Zeitung

Kappel-Grafenhausen (mm). Die Zusammenarbeit der Feuerwehren Kappel-Grafenhausen, Rust und Schwanau soll verwaltungstechnisch vereinfacht werden – durch Verzicht auf gegenseitige Rechnungsstellungen. Der Kappel-Grafenhausener Gemeinderat hat dafür am Montag einstimmig grünes Licht gegeben.

Seit zwei Jahren kooperieren die drei Gemeindewehren im "Führungstrupp Rhein-Süd". Der besteht aus extra gestellten Fachkräften, die bei größeren Einsätzen die komplizierte Koordination unterstützen und für Überblick sorgen. Das hat sich bewährt, berichtete Kappel-Grafenhausens Kommandant Hilmar Singler, ebenso wie der Verzicht auf spätere gegenseitige Kostenverrechnungen. Das soll jetzt auf eine gemeinsame "Überlandhilfe" der drei Wehren ausgeweitet werden. Diese würde, so Singler, schon wegen teils kritischer Tagesbereitschaften nötig sein und weiter zunehmen. Die verwaltungstechnische Vereinfachung würde die konkrete Kooperation im Notfall erleichtern.

Singler erläuterte zur Überlandhilfe: "Bei unseren Einsätzen auch an der Rheinschiene müssen geforderte Mannschaften und Technik zusammen passen." So etwa in Rust, das mit Tausenden Übernachtungen einer Kleinstadt gleichkomme.

Brunhilde Gündner (FW) begrüßte, dass die Feuerwehren und Verwaltungen über den Tellerrand blickten. Ihre Gemeinderatskollegen sahen das nicht anders. Nun soll ein Zusatzvertrag zur vereinfachten Kostenregelung bei der Überlandhilfe zwischen den drei Gemeinden abgeschlossen werden. Weiterhin zahlungspflichtig bleiben dabei nach wie vor "ermittelte Dritte", die Feuerwehreinsätze dann komplett bezahlen müssen, wenn sie vorsätzlich oder fahrlässig herbeigeführt wurden. Das ist in der Praxis glücklicherweise recht selten der Fall.

Ein weiteres Thema, das ebenfalls die Wehr betraf, war der gesetzlich geforderte Bedarfsplan für die nächsten zehn Jahre. Dieser soll nach dem Willen des Gemeinderats nun erstmals extern erstellt werden. Den Zuschlag erhielt die Münchener Firma "Ingenieure Vier" zum Preis von 17 850 Euro. Das Geld steht im Haushalt bereit.

Der Bedarfsplan muss eine Beschreibung der feuerwehrtechnisch relevanten Verhältnisse vor Ort enthalten, als Grundlage für die Aufstellung und Ausrüstung einer leistungsfähigen Wehr. Daraus werden auch Maßnahmeempfehlungen für die Bereiche Feuerwehrhaus, Personal und Fahrzeuge entwickelt. Eine Aufgabe, die laut Kommandant Singler ohne externe Fachleute nicht zu leisten sei. Für die Firma spräche auch, dass sie bereits sehr gut für die Gemeinden Rust und Schwanau arbeite. In die Erarbeitung des Bedarfsplans werden Vertreter der Gemeindeverwaltung, der Feuerwehrführung und des Gemeinderats einbezogen.

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