Kappel-Grafenhausen Weg frei für 60 Mietwohnungen

Kappel-Grafenhausen - Der Gemeinderat hat den Weg für mindestens 56 Mietwohnungen auf dem Kappeler Mühlen-Areal freigemacht: Er hat zugestimmt, einen Bebauungsplans für die "Elz-Insel" aufstellen zu lassen. Bei der Zahl der Stellplätze blieb der Rat jedoch hartnäckig.

Keine Ferienwohnungen geplant 

Ludwig Harter vom Freiburger Architektenbüro "Harter und Kanzler" stellte in der Gemeinderatssitzung am Montag den bisherigen Projektstand vor. Nach Abbruch der meisten Bestandsgebäude bis auf das "angemessen zu sanierende" ehemalige Sägewerk sollen auf dem knapp 12.000 Quadratmeter großen Gelände zwölf neue dreigeschossige Gebäude mit 56 Wohneinheiten "in hochwertiger Architektur" entstehen (wir berichteten).

Sechs Zwei-, 26 Drei- und 24 Vier-Zimmer-Wohnungen sind vorgesehen, die ausschließlich vermietet werden sollen. Ferienwohnungen seien nicht geplant, versicherte Architekt Ludwig Harter. Die zwölf Gebäude sollen giebelständig mit Satteldächern versehen werden, angepasst an die typisch örtliche Struktur.

Beheizt werden sollen sie künftig CO 2-neutral mit Hackschnitzel-Energie. Das Wohnareal soll gründlich "durchgrünt" werden. Deshalb sind oberirdisch nur 46 Auto-Stellplätze vorgesehen, die restlichen 68 Plätze sollen in zwei Tiefgaragen Platz finden. Bislang.

Parkplätze sorgen für Diskussionen

Auf Wunsch der Gemeinde wurde eine zweite Variante mit mehreren kleineren Wohnungen mit insgesamt 63 Einheiten entwickelt. Dann würden aber 16 Parkplätze fehlen, da der Schlüssel zwei Parkplätze pro Wohnung vorsieht. Deshalb schlug das Büro vor, den Schlüssel für das Mühlenareal auf 1,75 Plätze pro Wohnung zu reduzieren. Die oberirdische Begrünung gebe nicht mehr her, auch die Tiefgaragen nicht.

Doch das stieß auf Widerspruch: "Wir haben auch bei anderen Wohnprojekten stets auf zwei Stellplätzen bestanden", erklärte etwa Rebecca Wild (FW). Das sahen Clemens Sedler und Nicole Trotter (beide CDU) nicht anders, während Frank Andlauer (CDU) sich einen reduzierten Stellplatzschlüssel vorstellen konnte: "13 Wohnungen mehr können wir gut gebrauchen", erklärte er.

Auch Georg Wegmann (FW) äußerte sich ähnlich. Eine klare Mehrheit von elf Räten stimmte schließlich für die Beibehaltung der Stellplatzpflicht, vier sprachen sich dagegen aus.

Anzahl der Wohnungen bleibt noch offen

Überdies nahmen die Räte mit einer Gegenstimme den vorliegenden Planentwurf der Varianten zur Kenntnis. Nun liegt es an den Architekten, ob sie unter diesen Park-Umständen doch noch mehr Kleinwohnungen einplanen können.

Der bisherige Bebauungsplan weist im Mühlenareal nur gewerbliche Bauflächen und Mischgebiet aus. Darum soll das betreffende Areal nun gezielt als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen werden. Dazu wurden nur wenige erste Fragen gestellt, etwa von Tobias Manz nach den Grundwasser- und Lärmschutzmaßnahmen.

Erstere sollen, so Architekt Harter, durch die Erhöhung des Bauflächen-Niveaus mit Erdaushub erreicht werden, zweitere seien angesichts des gewohnten Lärmpegels in Kappels Zentrum nicht nötig. Schließlich beschloss der Gemeinderat die Aufstellung des neuen Bebauungsplans mit 14 Ja- und nur einer Gegenstimme.

Damit ist noch nichts im Detail entschieden, denn im weiteren Verlauf des damit nun eingeleiteten beschleunigten Verfahrens werden weitere bauordnungsrechtliche und -planerische Beschlüsse vom Gemeinderat erst noch gefasst.

Info: Der Investor 

Karl-Heinz Steiert besitzt in Simonswald eine Firma für Präzisions-Formenbau, die nach Gründung vor 40 Jahren in dieser Branche mittlerweile sogar Weltmarktführer geworden ist. Michael Thoma, langjähriger Firmenberater, Rechtsanwalt und Europa-Park-Justiziar, hatte Steiert auf das Kappeler Projekt aufmerksam gemacht: "Er war sofort Feuer und Flamme!"

Bei Steiert als künftigem Vermieter bleibe das Wohnprojekt zuverlässig in einer Hand und werde nicht profitstrebend weiter verkauft. Bürgermeister Jochen Paleit hatte schon zuvor auf der Gemeinderatssitzung seiner Freude Ausdruck gegeben, dass es nun endlich gelungen sei, den lang gehegten Kappel-Grafenhausener Wunsch nach mehr Miet-Wohnraum erfüllt zu sehen. Nachfrage dafür gebe es in der wachsenden Doppelgemeinde genügend.

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