Kappel-Grafenhausen Sie hat jetzt sogar ihren eigenen Weg

Auch die Bürgermeister Kai-Achim Klare (Rust, rechts) und Jochen Paleit (Kappel-Grafenhausen ließen e sich nicht nehmen, sich bei der scheidenden Schulleiterin Maria Gut zu verabschieden. Foto: Decoux-Kone Foto: Lahrer Zeitung

Sie hat unzählige Schüler kommen und gehen sehen. Nun stand ihr eigener Abschied an: Maria Gut verlässt die Grafenhausener Ferdinand-Ruska- Schule. Vor dem Ruhestand wurde die scheidende Rektorin bei einer Feierstunde geehrt.

Kappel-Grafenhausen. Schon als Gut ihren Lehrerdienst aufnahm, sei unübersehbar gewesen, dass sie Kindern nur mit Kopf, Herz und Hand begegnen könne, sagte Schulamtsdirektorin Gabriele Weinrich in ihrer Laudatio. Mit Sachkompetenz, hoher Kooperationsbereitschaft und viel Herzenswärme habe sie auch als spätere Rektorin das schulische Feld in Grafenhausen gestaltet. Würde, Achtung und Respekt seien das unverrückbare Fundament, auf dem Gut stabile und dauerhafte Beziehungen zu den ihr anvertrauten Kindern habe wachsen lassen. Und noch etwas habe Gut besonders bewegt: Was hindert ein Kind am Lernen und wie kann man ihm helfen, wenn nicht alles rund läuft? Die Antwort auf diese Frage hatte Gut mit der Einführung einer Trainingsklasse als Kriseninterventionszentrum gegeben.

Lehrer erheitern mit lustigen Theaterszenen

Kappel-Grafenhausens Bürgermeister Jochen Paleit dankte auch namens seines Ruster Kollegen Kai-Achim Klare. Dank Gut habe man eine moderne und lebendige Grundschule und nun auch eine erfolgreiche Gemeinschaftsschule samt wegweisender Trainingsklasse: "Ohne Sie würde es den Schulstandort Grafenhausen vielleicht nicht mehr geben." Gut habe überdies Raum gelassen und geschaffen für ehrenamtliches Engagement in der Schule.

Das komplette Lehrerkollegium dankte Gut mit humorvollen Theaterszenen aus dem Schulalltag. Etwa der unberührbaren "heiligen Kaffeetasse" von Gut oder der Damen-Beauty und Wellness- Lounge ("Endlich haben wir eine gescheite Damentoilette"). Gut lachte kräftig mit, als sie auch wegen angestrebter Mindestlängen von Röcken und Hosen bei Sommerhitze auf die Schippe genommen wurde.

Im Chor sangen die Lehrer als Anspielung auf Guts Leidenschaft frei nach Nancy Sinatra: "Die Stiefel sind zum Wandern, der Rucksack ist gepackt." Gut gerührt: "Ich wusste immer, was ich an euch habe." Dann arbeitete sie selbst eine schier endlose Dankesliste ab.

An die Rektorin erinnern wird auf dem Schulgelände künftig ein holzgeschnitztes Wanderschild mit der Aufschrift "Maria-Gut-Weg".

Als nach dem Studium an der Freiburger PH (Deutsch und Geschichte), zweijähriger Vorbereitungszeit und zweitem Staatsexamen 1980 keine Lehrerstelle frei war, arbeitete Gut vorerst im außerschulischen Bereich. 1995 kam das Angebot einer 14-Stundenstelle als Klassenlehrerin einer vierten Klasse. Zehn Jahre später ermunterte Gut der damalige Schulleiter Walter Batt, seine Nachfolge anzutreten. Ausschlaggebendes Motiv, es zu tun: "Den Lebensraum Schule gestalten und weiterentwickeln, meine Vorstellungen einbringen und der Glaube daran, dass man etwas bewirken kann." 2011 ging das von ihr erkämpfte "Intensiv-stationäre Kriseninterventionszentrum" an den Start, ein gemeinsames Projekt von Jugendhilfe und Schulen in Kappel-Grafenhausen, Rust, Ettenheim, Ringsheim und Mahlberg. Mehr als 80 Schüler haben dank der Trainingsklassen neue Perspektiven gefunden.

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