">

Kappel-Grafenhausen Polizei geht von Fahrlässigkeit aus

Der Brand am Mittwochabend in der Kappeler Rathausstraße stellte die Feuerwehrleute vor eine große Herausforderung. Ihrem beherzten Eingreifen ist es zu verdanken, dass am Ende nicht noch größere Schäden zu beklagen waren. Foto: Rest

Der Schaden, den die beiden 14- und 15-Jährigen vergangene Woche im Kappeler Ortskern verursacht haben sollen, ist enorm. Immerhin wird den Jugendlichen nicht Vorsatz vorgeworfen – die Polizei geht derzeit von fahrlässiger Brandstiftung aus.

 

Kappel. Zwei Bewohner, die mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus mussten, mehr als 100 000 Euro Schaden am Brandort: Es war ein verheerendes Feuer, das am Mittwochabend in der Rathausstraße wütete. Kurz nach 18 Uhr wurden die Wehren aus Kappel-Grafenhausen, Rust, Lahr und Ettenheim sowie der Führungstrupp Rhein-Süd alarmiert. Den insgesamt 50 Einsatzkräften gelang es zwar, die Flammen innerhalb weniger Stunden zu löschen. Sie vermochten allerdings nicht zu verhindern, dass ein Geräte-schuppen komplett zerstört, ein Oldtimer-Traktor und das angrenzende Wohnhaus in Mitleidenschaft gezogen wurden (wir berichteten).

Die Frage, wie es zu dem Feuer kommen konnte, bleibt zumindest offiziell weiter unbeantwortet. In internen Kreisen wird jedoch gemunkelt, die Jugendlichen hätten heimlich geraucht. Dabei sei ein Kissen in Brand geraten. Aus Angst, entdeckt zu werden, und im Glauben, das Feuer ausgetreten zu haben, sollen es die Heranwachsenden weggeworfen haben. Der noch glimmende Stoff habe schließlich den folgenschweren Brand ausgelöst.

Ein Szenario, das man bei der Polizei mit "Verweis auf das laufende Verfahren nicht näher kommentieren", also weder bestätigen noch dementieren will. Immerhin erklärte der Sprecher des Offenburger Polizeipräsidiums gestern gegenüber der "Lahrer Zeitung", dass der Brand nicht absichtlich gelegt worden sein soll. Davon gehe aktuell die Kripo aus, deren Brandexperten zwischenzeitlich die Ermittlungen übernommen hätten. Man konzentriere sich derzeit auf den "Verdacht der fahrlässigen Brandstiftung".

Diese Aussage würde sich zum einen mit der "Kissen-Version" decken – nimmt aber vor allem die verdächtigen Jugendlichen etwas aus der Schusslinie. So wäre ihnen "nur" naives und verantwortungsloses Handeln vorzuwerfen, aber nicht, dass sie bewusst Menschenleben gefährdet hätten.

Und noch ein Schluss dürfte möglich sein, bestätigt sich die Theorie der fahrlässigen Brandstiftung: Ein weiteres Feuer, das am frühen Montagmorgen die Feuerwehr der Doppelgemeinde in Atem gehalten hatte, hat wohl nichts mit dem am Mittwoch zu tun. Wie gestern berichtet, stand am Feiertag ein Schuppen in Grafenhausen, in dem Strohballen gelagert waren, in Flammen. 25 Einsatzkräften gelang es abermals, Schlimmeres zu verhindern.

Die Polizei indes will sich noch nicht so weit aus dem Fenster lehnen. Der Sprecher: "Wir ermitteln derzeit in alle Richtungen. Die Kriminaltechniker sammeln vor Ort noch Spuren", sodass es noch zu früh sei, um sich bereits festzulegen oder etwas auszuschließen.

  • Bewertung
    1