Kappel-Grafenhausen Nest auf dem Kirchturm ist verwaist

Grafenhausen. Aus und vorbei scheint es zu sein mit den Störchen in Grafenhausen: Seit vergangenen Sonntag ist das Nest leer. Dabei hatte alles so hoffnungsvoll begonnen.

 

Vor rund sechs Wochen begann ein Storchenpaar auf dem Vorsprung des Kirchturms mit dem Bau eines Nests. Obwohl am Turm bei der Renovierung vor sechs Jahren an einigen Stellen ein metallener Vogelschutz angebracht worden war, störte dies die Vögel anscheinend nicht. Schon in den vergangenen Jahren hatten Störche immer wieder mit einem Nestbau begonnen, aber nach kurzer Zeit waren sie wieder weg.

Ob es sich dabei um das selbe Paar handelte, ist unklar. Jedenfalls konnte man seit rund drei Wochen vermuten, dass sich im Nest Eier befinden, denn einer der Störche fing an zu brüten und verließ den Horst nicht mehr. Was allerdings auffiel: Es saß immer derselbe Storch auf dem Nest. Es gibt zwar Storchenpaare, die nur eine Saisonehe führen, doch während der Brutzeit haben sie eine feste Beziehung, was auch eine gegenseitige Gefiederpflege zum Ausdruck bringt. Eine gegen-seitige Brutablösung konnte man am Turm nicht beobachten.

Vor ein paar Tagen lagen neben der Kirchentreppe am Haupteingang Eierschalen, was auf Nachwuchs hoffen ließ. Doch konnte man in den vergangenen Tagen beobachten, dass der brütende Storch das Nest oft zur Futtersuche verließ und nicht selten erst nach einer Stunde zurückkehrte. Die Sache genauer unter die Lupe zu nehmen, ist wegen der Höhe nicht einfach. Auch vom Innern des Kirchturms gibt es keine Möglichkeit, einen Blick in das Nest zu werfen.

Nun, da die Störche weg sind, stellen sich viele Fragen: Fand tatsächlich eine Begattung statt, wurde die Storchenehe schon früher beendet oder war der Pfingstgottesdienst mit dem Priesterjubiläum und den vielen Besuchern der Auslöser, dass der Storch überrascht das Weite suchte?

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