Kappel-Grafenhausen Nabu: Mehr tun für den Artenschutz

Auf dem Beobachtungsturm konnten die Gäste einige seltene Vogelarten sehen. Foto: Sadowski Foto: Lahrer Zeitung

Kurz vor der Europawahl haben der Nabu und die Europa-Union zu einer Exkursion im Taubergießen eingeladen. Nabu-Landesvorsitzender Johannes Enssle forderte dabei von den Bürgern, wählen zu gehen.

Kappel-Grafenhausen. "Wir brauchen dieses Europa und wir appellieren daher an alle Wähler bei der Europawahl einem geeinten und starken Europa eine Stimme zu geben", richtete Ennsle zur Begrüßung der Exkursion warnende Worte an die Gäste.

Zwar sei er mit der politischen Unterstützung und Umsetzung der Maßnahmen für den Naturschutz in Baden-Württemberg zufrieden, aber es mache ihn traurig, dass das nach wie vor nicht genug sei. Er sehe es deshalb als dringend an, noch mehr zu tun. Deshalb ist der Naturschutzbund (Nabu) vor zwei Wochen bei der Initiative "Pro Biene" eingestiegen, die sich für Bienen und den Artenschutz einsetzt.

Im Vorfeld des Weltbienentags am Montag, 20. Mai, feiert "Pro Biene" bereits am Sonntag, 19. Mai, den Auftakt zum Volksbegehren. In einer Aktion müssen zunächst 10 000 Unterschriften gesammelt werden, um einen möglichen Gesetzesentwurf auf den Weg zu bringen.

Start der deutsch-französischen Rundtour war die Naturschutzstation im ehemaligen Zollhäuschen, das heute jährlich rund 500 Besucher passieren, um sich über die besondere Landschaft und ihren Artenreichtum zu informieren.

Weiter ging es zu einem vogelkundlichen Rundgang mit Besuch eines Vogelbeobachtungsturms. Für Enssle ist der Taubergießen ein einmaliger Ort. "Ich bin froh, dass unser gemeinsames Handeln über Landesgrenzen hinweg seit rund vier Jahrzehnten eines der größten Schutzgebiete des Landes vor anderweitiger Nutzung gewahrt hat", sagte er.

Zu wenige Mitarbeiter im Nabu

Während der Tour beklagte Gabriele Weber-Jenisch vom Nabu die zu geringe Mitarbeiterzahl. Vor allem ein Ranger werde benötigt, der die Naturschutzflächen untersucht und ständig kontrolliert, so Jenisch. Sie machte sich zudem für das Thema der Flutungen stark. Dadurch könnten zukünftig wieder mehr natürliche Areale entstehen.

Für Gesprächsstoff sorgte außerdem das Vorhaben des Europa-Parks eine Seilbahn über das Vogelschutzgebiet bauen zu wollen. Enssle kritisierte diese Überlegungen. "Auch wenn das Bauprojekt verlockend klingen mag, so ist das Gebiet etwas Besonderes", sagte er. Und gerade das, was ursprünglich ist, sei inzwischen Mangelware, so der Landesvorsitzende.

Der Taubergießen ist mit einer Gesamtfläche von fast 1700 Hektar eines der größten Naturschutzgebiete in Baden-Württemberg. Mit rund 700 Pflanzensorten im Frühsommer, seltenen Vogelarten, Amphibien und Insekten bietet das Gebiet viele Rückzugsräume. Der Taubergießen ist seit 1979 als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

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