Kappel-Grafenhausen Kosten für Kita-Dach explodieren

Kappel-Grafenhausen - Aus der ursprünglich kleinen Dachsanierung der katholischen Kappeler Kita wird ein teures Projekt. Statt der Reparatur einzelner Stellen ist ein neues Dach für insgesamt 376. 000 Euro nötig. Die Gemeinde muss sich mit 75 Prozent beteiligen.

Schon mehrfach hatte sich der Gemeinderat mit einem angekündigt maroden Dach des katholischen Kappeler Kindergartens St. Cyprian und Justina befasst. Dazu hatte der Kirchenträger 2020 erstmals vermeldet, dass dieses Dach teilweise kaputt und sanierungsbedürftig sei. Auch wenn der Gemeinde das Gebäude nicht gehört: Sie hat sich dennoch an solchen Kosten zu beteiligen, normalerweise zu 75 Prozent in Mischkalkulation, wie Hauptamtsleiter Daniel Kunz eingangs erläuterte.

Noch Anfang März war deshalb dazu eine Kostenschätzung in Höhe von 11 .900 Euro in den diesjährigen Gemeindehaushalt eingestellt worden, kalkuliert im Kirchenauftrag vom Ettenheimer Büro Architektur, Planung und Design. Doch längst sind diese Kosten explodiert, auf mittlerweile rund 376. 000 Euro mitsamt nun eingerechneter Preissteigerungen.

Denn: Statt der ursprünglichen Sanierung einzelner undichter Dachstellen steht jetzt eine komplett neues Dach an. Alles von Folien bis zur bisherigen Begrünungen muss auf der verwinkelten Kita-Flachdachlandschaft komplett herausgerissen werden.

Allein das kostet 44. 000 Euro. Für ein neues Flachdach oberhalb der Konstruktion werden dann geschätzt knapp 239. 000 Euro fällig. Darunter 64. 000 Euro für neue Lichtkuppeln, 49 .000 Euro für Dämmung, 16. 000 Euro für komplett neue und zeitgemäße Folien, 13. 000 Euro für Dampfsperren und knapp 32. 000 Euro für neue Dachbegrünung. Außerdem berichtete Büro-Repräsentant Ralf Rauer noch von geschätzten Nebenkosten von mittlerweile rund 49. 000 Euro, darunter 18. 000 Euro für Architekten, 11 .000 Euro für ein Gerüst und immerhin 6500 Euro für einen Kran.

Angesichts der neuen Gesamtkostensumme von 376 .000 Euro schluckten die Räte doch schon sehr. Sie hielten sich dennoch mit Kritik an der offensichtlich in katholischer Kirchenregie viel zu spät erkannten und mittlerweile extrem kostenexplodierten Dachsanierung dieses Mal komplett zurück. Auf früheren Sitzungen hatten sie sich allerdings darüber schon mehrfach sehr gewundert.

Frank Andlauer (CDU) erkundigte sich bei Planer Rauer lediglich, ob die kostenträchtigen Sanierungsarbeiten in mehr als bisher geplanten Bauabschnitten möglich seien. Rebecca Wild (FW) bestand darauf, sich mit dem katholischen Kirchenträger nochmals über eine Verteilung der Sanierungskosten zu einigen.

Der Beschluss

Der Gemeinderat beschloss auf Grundlage der aktuellen Kostenschätzung für die Dachsanierung eine Kostenbeteiligung der Gemeinde in Höhe (von höchstens) bis zu 75 Prozent vorzunehmen, vorbehaltlich Beauftragung nach einzelnen Leistungsphasen.

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