Kappel-Grafenhausen Kinder, Hochwasser und Internet

Viele kommunalpolitisch interessante Themen standen bei der jüngsten Bürgerversammlung in Kappel-Grafenhausener auf der Agenda. Die Gelegenheit Fragen zu stellen, nutzte aber kaum einer.

 

Kappel-Grafenhausen. Rund 50 Gäste hatten sich am Montagabend zur Bürgerversammlung im Saal des Kappeler Rathauses eingefunden. Dort erwartete sie ein Info- Programm mit vielen kommunalpolitischen Themen. Und doch nutzten die Zuhörer die Fragestunde kaum.

Breitbandausbau: Wie berichtet, laufen derzeit Arbeiten zum Ausbau des schnellen Internets. Telekom-Regionanager Christian Beussel referierte den aktuellen Stand des Ausbaus. Nun werden zwölf Multifunktions-Gehäuse auf ihre Sockel gestellt. Der Tiefbau ist fast abgeschlossen, demnächst werden Glasfaserbündel in die zumeist schon verlegten Rohre eingezogen. Ab November, spätestens im Januar 2019 soll die Vectoring-Technik für Kunden, die sie bestellt haben, dann in Betrieb gehen. "Das ist eine entscheidende Verbesserung für ganz Kappel-Grafenhausen", sagte Bürgermeister Jochen Paleit.

 Hochwasserschutz: Im Rahmen des Hochwasserschutzes beim integrierten Rheinprogramm sind auch die Maßnahmen auf Ruster Gemarkung fast beendet, berichtete Harald Klumpp vom Freiburger Regierungspräsidium ausführlich. Da stehen nur noch acht weitere Schutzbrunnen und zwei "Regelbauwerke" aus, am Dienstag wurde schon das riesige, zentrale Einlassbaubauwerk eingeweiht. Darum sind dort die Fuß- und Radwege jetzt wieder freigegeben. Paleit freute sich: "Die Maßnahmen waren lange strittig, jetzt müssen wir kein Geld mehr für Rechtsanwälte ausgeben." Kappel sei mit den Schutzmaßnahmen optimal gesichert.

  Kinderbetreuung und Kindergartenneubau in Kappel: Hierzu berichtete Kita-Leiterin Katja Krumm über bisherige Öffnungszeiten und pädagogische Konzepte, Thorsten Luick erläuterte den geplanten Kindergartenneubau an der Kappeler Halle. Der wird mit zwei Millionen Euro deutlich teurer als ursprünglich gerechnet, weil sich mehr Raumbedarf ergeben hatte und spätere Ausbaumöglichkeiten berücksichtigt wurden.

  Gemeinschaftsschule: Maria Gut, Leiterin der Ferdinand-Ruska-Schule brach eine Lanze für die mit Rust betriebene Gemeinschaftsschule. Sie würde jedem Schülerniveau differenziert gerecht werden, Noten und Sitzenbleiben gibt es nicht mehr. Allerdings brauche man mehr Platz, denn seit den ersten beiden Jahren des Betriebes haben sich die Schüler-Anmeldezahlen schon verdoppelt. Auch hier wurden die aktuellen Pläne erläutert. Paleit: "Woanders werden Schulen geschlossen, wir bauen aus", sagte der Bürgermeister.   Neues Gewerbegebiet in Grafenhausen: Hier stellte die BadenovaKonzept als Träger heraus, dass die knapp zehn Hektar Gesamtfläche für’s "Kleinoberfeld III und IV" nur dort erschlossen werden, wo die Gemeinde Grundstücke im eigenen Besitz hat oder bekommt. Bis zum Oktober sollen nun dem Gemeinderat Kostenschätzungen vorliegen, dann wird die "Mitwirkungs- bereitschaft" privater Grundstückseigentümer ausgelotet.

  Erweiterung des Rathauses in Kappel: Paleit begründete die Kappeler Rathauserweiterung samt eventuellem Gemeindehaus mit bekannten Argumenten. Derzeit laufen Kaufverhandlungen mit den Eigentümern des Nachbargrundstücks. Ob man in Grafenhausen was Ähnliches für den Ortskern andenke? Paleit verneinte. Dort sei man am Meierhof-Areal dran, sorge überdies mit dem Schulausbau für weitere Veranstaltungsräume: "Sonst haben wir da nichts Konkretes vor", stellte Paleit klar.

Am Pflegeheim Kappel sind die Planungen wegen Grundwasser- und Versickerungsproblemen geändert worden, erläuterte Heinz Neumann von der Lahrer Kappis-Kopf-Gruppe. Das Gebäude der privaten Investoren soll jetzt nach Grundstückszukauf noch etwas nach Osten verschoben werden. Die Zufahrt zum Gebäude wird ebenfalls entsprechend verlegt.

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