Kappel-Grafenhausen Kappler Rathaus-Pläne stoßen auf breite Zustimmung

Das Haus und Grundstück neben dem Kappler Rathaus hat die Gemeinde ins Visier genommen. Foto: Göpfert Foto: Lahrer Zeitung

Kappel-Grafenhausen. Verwaltung und Gemeinderat haben schnell gehandelt. Nachdem kürzlich bekannt geworden war, dass sich Investoren für ein leer stehendes Gebäude samt Grundstück direkt neben dem Kappler Rathaus interessieren (wir berichteten), hat man am Montag beschlossen, nicht nur den neuen Bebauungsplan "Rathaus Kappel" aufzustellen, sondern auch noch eine Veränderungssperre darüber zu verhängen. Außerdem behält sich die Gemeinde ein Vorkaufsrecht für die interessante Immobilie in Kappels Ortsmitte vor.

Hauptamtsleiter Daniel Kunz hatte zuvor begründet, warum man am dortigen Rathaus nun eine "Gemeinbedarfsfläche" brauche. Zum bisherigen Rathaus sei nämlich keine barrierefreier Zugang möglich, da habe es in der Vergangenheit schon Stürze und schwerwiegende Verletzungen gegeben. Deshalb wolle man nun das Rathaus als Minimalziel nebenan um einen jeweils barrierefreien neuen Bürgersaal samt Bürgerbüro erweitern. Außerdem könne man so den gestiegenen Raumbedarf für die Verwaltungsmitarbeiter samt bislang fehlendem Besprechungs- und Personalraum decken und die Parkplatznot entschärfen. Zudem könne auf dem knapp 1700 Quadratmeter großen Nachbargrundstück auch noch ein "multifunktionales Dorfgemeinschaftshaus" Platz finden.

Doch dieser Denkprozess müsse nun, so Kunz, erst mal angestoßen werden, für den Fall, dass der Grundstückskauf klappt. Die bisherige Eigentümergemeinschaft habe schon großes Interesse signalisiert, an die Gemeinde für deren Bedarf zu verkaufen. Damit würden Investoren leer ausgehen, die dem Vernehmen nach an der Stelle eine Ferienwohnanlage errichten wollten.

Nur Einrichtungen, die der Allgemeinheit dienen

Bürgermeister Jochen Paleit machte klar, dass darüber heute noch nicht zu beschließen sei. Jedenfalls, sagte er schmunzelnd, sei eine alte Vereinbarung von 1974 zu Zeiten der Eingemeindung wohl obsolet geworden. Damals war festgelegt worden, der neuen Doppelgemeinde langfristig ein gemeinsames Verwal- tungs­zen­trum zwischen Kappel und Grafenhausen zu geben.

Einstimmig brachte der Gemeinderat den Bebauungsplan samt Veränderungssperre und Vorkaufsrecht auf den Weg, nur Thomas Anselm enthielt sich jeweils der Stimme. Theoretisch könnte bis zum Inkrafttreten des Vorkaufsrechts noch ein anderer Grundstückskäufer zuschlagen. Doch der, so Paleit, wisse nun, was ihn dann erwarte. Eindeutig legt der Bebauungsplan fest, dass auf dieser Fläche nur Einrichtungen und Anlagen errichtet werden dürfen, die der Allgemeinheit dienen, etwa Kitas, Schulen, Kirchen, soziale oder kulturelle Gebäude und Einrichtungen. Insofern ist Paleit zuversichtlich, dass die Gemeinde zum Zug kommt.

Jetzt starten die Kaufverhandlungen mit den bisherigen Eigentümern. Nach deren Abschluss wird dann weiter beraten, kündigte Kunz an. Dann setze ein intensiver Planungs- und Beteiligungsprozess für Kappel-Grafenhausens Zukunftsperspektiven ein. Ob Neubau, Umbau oder Sanierung: Was auf dem neuen Gelände wann, wie und zu welchen Kosten geschähe, sei noch völlig ergebnisoffen.

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