Kappel-Grafenhausen Kappeler Rathaus soll größer werden

Die Gemeinde will das Anwesen östlich des Kappeler Rathauses kaufen und so ihren Hauptsitz erweitern. Darüber hinaus soll auf dem Grundstück ein "multifunktionales Dorfgemeinschaftshaus" entstehen. Foto: Göpfert Foto: Lahrer Zeitung

Der Gemeindeverwaltung ist es an ihrem Hauptsitz zu eng geworden. Sie plant, das Anwesen östlich des Kappeler Rathauses zu kaufen, um dort barrierefrei zu erweitern. Auch an die Vereine ist gedacht: Zusätzlich soll ein Dorfgemeinschaftshaus entstehen.

Kappel-Grafenhausen. Rathausintern scheint man von dem Vorhaben bereits mächtig angetan zu sein. Die Verwaltung der Doppelgemeinde spricht von nichts weniger als einer "historisch einzigartigen Chance", die sich da gerade in der Kappeler Ortsmitte biete. Sie zu nutzen, obliegt nun dem Gemeinderat. Bei seiner Sitzung am kommenden Montag (ab 19.30 Uhr im Kappeler Bürgersaal) soll das Gremium dem Projekt den Weg ebnen: Benötigt wird ein Bebauungsplan (siehe Info), eine Veränderungssperre, bis dieser seine Rechtskraft entfaltet hat, sowie ein Vorkaufsrecht zugunsten der Gemeinde, damit sich kein Dritter das Grundstück unter den Nagel reißt. Die Ausgangslage: Das Kappeler Rathaus stößt räumlich an seine Grenzen und ist nicht barrierefrei, sagt die Verwaltung. Vor allem Rollstuhlfahrer hätten so ihre liebe Mühe, ohne fremde Hilfe ins Gebäude zu kommen. Das Problem: Ein Umbau sei aufgrund der historischen Bausubstanz nicht möglich, zudem biete das Areal rund um das Rathaus keine Erweiterungsmöglichkeiten. Der Weg in Richtung Westen "ist nicht zielführend", im Norden grenzt die Rathausstraße an, der Süden und Osten sind bebaut. Das Grundstück: In eben jene Himmelsrichtung scheint sich nun aber ein Weg aufzutun. Das direkt ans Rathaus angrenzende Anwesen (Rathausstraße 4) steht laut Verwaltung schon länger leer, bisherige Versuche, es zu erwerben, seien jedoch gescheitert. Inzwischen habe ein Makler die Gemeinde um nähere Informationen zu dem Grundstück gebeten. Deshalb geht man im Rathaus davon aus, dass es Interessenten gibt, die dort Ferienwohnungen oder ein Boardinghouse errichten wollen. Dem soll mit einem Bebauungsplan inklusive Veränderungssperre und vor allem einem Vorkaufsrecht zugunsten der Gemeinde ein Riegel vorgeschoben werden. Die gesetzlichen Voraussetzungen für eine solche "städtebauliche Steuerung" sieht die Gemeindeverwaltung im Kappeler Ortskern als erfüllt an.

Das Vorhaben: Das Rathaus soll "den heutigen Anforderungen entsprechend umgebaut und durch entsprechende Erweiterungen ergänzt werden", so der Plan der Verwaltung. "Insbesondere durch ein barrierefreies Bürgerbüro mit Touristik-Info-Zentrum." Außerdem will man "Potenzial für die Errichtung weiterer Räume schaffen" – konkret: eine neue Heimat für die örtlichen Vereine. Diese, so steht es in der Vorlage geschrieben, seien aktuell dezentral und zum Teil provisorisch untergebracht. Der Verwaltung schwebt ein "multifunktionales Dorfgemein-schaftshaus" vor. Ein solches könnte Synergien freisetzen, die "zu einer wirtschaftlicheren Unterhaltung der Vereinsräume führen und das Zusammenwachsen der Ortsteile Kappel und Grafenhausen stärken". Der Kosten- und Zeitplan: Wenig überraschend heißt es in der Sitzungsvorlage, dass die Gemeinde die Kosten für das Bebauungsplanverfahren übernehmen würde. Ansonsten bleiben finanzielle und zeitliche Aspekte unbeleuchtet: Was sollen Grundstückserwerb, Neu- und Umbauten kosten, wie werden sie finanziert? Wann ist mit dem Start der Arbeiten zu rechnen, wann die Inbetriebnahme der neuen Räume geplant? Allesamt Fragen, die die Verwaltung noch zu beantworten hat.

Der Bebauungsplan "Rathaus Kappel" liegt zentral im Ortsteil, im Kreuzungsbereich von Rathausstraße (L 103) und Mühlenstraße (L 104). Im Osten und Süden grenzt die Bebauung der Ortsmitte an, im Norden und Westen Verkehrsflächen. Das Plangebiet umfasst vollständig die Flurstücke 159, 160 und 161 und hat eine Fläche von gut 3000 Quadratmetern.

  • Bewertung
    2