Kappel-Grafenhausen Jahrzehnte im Ehrenamt engagiert

Bernhard Leichers Leben ist geprägt vom Einsatz für die Gesellschaft. Foto: Hiller Foto: Lahrer Zeitung

Grafenhausen (hi). Bernhard Leicher aus Grafenhausen feiert am heutigen Samstag seinen 95. Geburtstag. Sein ganzes Leben lang hat sich der Jubilar für kirchliche und soziale Belange engagiert. Schon als Kind war er sechs Jahre lang Messdiener, als Erwachsener Pfarrgemeinderatsvorsitzender. Bereits mit 22 Jahren wurde er Vorsitzender des VDK-Ortsvereins Grafenhausen und war außerdem Gründungsmitglied des CDU-Ortsverbands. In der kirchlichen Sozialstation Ettenheim gehörte er lange Jahre dem Vorstand an.

Im Januar 1948 gründete Bernhard Leicher, schwer verwundet aus dem Krieg heimgekehrt, den VDK-Ortsverband. Die ersten acht Jahre hat er den Verband geführt und aufgebaut, später war er nochmal für weitere 24 Jahre Vorsitzender. Bei vielen Anliegen konnte er zahlreichen Menschen im Ort weiterhelfen. Vor zwei Jahren wurde ihm, dem Ehrenvorsitzenden, das große goldene Treueabzeichen mit Brillanten des Landesverbands überreicht.

Seit 1957 war Bernhard Leicher Vorsitzender des von ihm gegründeten CDU-Ortsverbands und übte dieses Ehrenamt bis zum Zusammenschluss im Jahr 2004 aus. Als Pfarrgemeinderatsvorsitzender kümmerte er sich er 20 Jahre lang um kirchliche Angelegenheiten, immer mitgetragen von seiner Ehefrau Christel, die als Religionspädagogin tätig war. Örtliche Vereine unterstützte der Jubilar durch passive Mitgliedschaft.

Im Krieg wurde er schwer verwundet

Bernhard Leicher wurde am 25. Juli 1925 in Heimbach geboren und wuchs mit einem Bruder auf. Nach der Schulzeit begann er eine Lehre bei der Zigarrenfabrik Burger und Söhne. Mit 18 Jahren wurde er zum Kriegsdienst eingezogen und dabei durch eine Granate schwer verwundet. In Donaueschingen kam er ins Lazarett und für drei Monate in französische Kriegsgefangenschaft.

Bernhard Leichers Frau Christel, geborene Labowski, war als Heimatvertriebene vom Freistaat Danzig nach Grafenhausen gelangt und hatte Familienanschluss bei der Mutter ihres spätere Ehemanns gefunden. Auf diese Weise lernten sie sich kennen und lieben. 1951 läuteten in der Pfarrkirche St. Jakobus in Grafenhausen die Hochzeitsglocken. Das Paar bekam eine Tochter, die heute in Lauf lebt. Nach 68 glücklichen Ehejahren verstarb Christel Leicher vor einem Jahr.

Als Werkmeister bei Burger und Söhne war Bernhard Leicher verantwortlich für 26 Filialen. Bereits sein Vater war in der Zigarrenfabrik in Grafenhausen Werkmeister gewesen. Daher konnten sie nach der Schließung des Unternehmens das Fabrikgebäude in Grafenhausen erwerben und ausbauen. Heute befinden sich eine Stoffhalle und Wohnungen in dem von Bernhard Leicher ausgebauten und instand gehaltenen Gebäude.

Für den Jubilar, der täglich das Grab seiner Frau besucht, ist der weitläufige und gepflegte Garten auf dem Anwesen ein schönes Betätigungsfeld. Um seinen Haushalt kümmert er sich noch selbst. Zu den Gratulanten zählt auch eine Enkeltochter.

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