Kappel-Grafenhausen Hilfsgüter stecken beim Zoll fest

Dass das westafrikanische Benin ein armes Land ist, dürften die Einwohner der Doppelgemeinde längst wissen. Dort wirkt nämlich schon seit 18 Jahren der gemeinnützige Hilfsverein "Entwicklung durch Teilung", der sich jüngst zur Hauptversammlung traf.

Kappel-Grafenhausen. Dazu war, wie fast jedes Jahr, Bischof Eugène Houndékon aus Abomey/Benin angereist. Mit ihm hatte die damalige Pfarrsekretärin Eleonore Dietz den Hilfsverein initiiert, als er noch als einfacher Priester als Urlaubsvertretung in Grafenhausen tätig war. Bis heute ist der mittlerweile hohe kirchliche Würdenträger stellvertretender Vorsitzender des Vereins geblieben und nimmt großen Anteil am Geschehen.

Vorsitzende Dietz berichtete unter anderem von einem mittlerweile nach Benin geschickten Transport mit gesammelten Hilfsgütern – der neunte seiner Art. Die Waren – Nähmaschinen, Flachbildschirme, Computer, Fahrräder, medizinische Geräte, Krücken, Rollstühle, Schulmaterial, Rucksäcke und Verbandsmaterial – waren zuvor von zehn Helfern in Containern in Grafenhausen verstaut worden. Nach drei Wochen kamen sie per Schiff am 17. August in der Hafenstadt Cotonou an. Dort liegen sie allerdings noch heute beim Zoll. Die Transportkosten übernimmt grundsätzlich "Engagement Global", das dem Bundesentwicklungsministerium unterstellt ist. Allerdings nicht bei Schultischen, -stühlen und -tafeln. Begründung: In Benin gebe Schreiner, die das fertigen könnten. So musste der Grafenhausener Verein mehrere Hundert Euro als anteilige Transportkosten selbst übernehmen. Ein Umstand, über den Bischof Houndékon nur den Kopf schütteln konnte.

Eleonore Dietz berichtete, mit vielen Fotos unterlegt, von ihrem jüngsten Besuch im "Centre des garcons" in Abomey, wo derzeit 16 Straßenkinder leben und eine Ausbildung etwa als Mechaniker, Schreiner, Schneider oder Elektriker anstreben. Dost sei mittlerweile eine kleine, bescheidene Bäckerei zur Selbstversorgung entstanden. Ansonsten hatte Dietz vor Ort bei den unterstützten Einrichtungen Hilfsgüter und vor Ort eingekaufte Lebensmittel verteilt.

Derzeit hat der Hilfsverein 109 Mitglieder, überwiegend fortgeschrittenen Alters. Das macht Dietz Sorge, zumal sie gerne persönlich weitere organisatorische Unterstützung hätte, besonders für die Hilfstransporte: "Wenn sich niemand Neues dazu bereit erklärt, gibt es keine mehr", mahnte sie an. Den dazugehörigen Schriftkram mit Spedition, Reederei und Zoll würde sie weiterhin erledigen. Kassiererin Roswitha Schaub berichtete von der Finanzlage. Trotz gestiegener Ausgaben, darunter ein Wasserwagen nebst Behälter, je 120 Euro als jährliches Schulgeld für 13 Waisenkinder und mehr ist die Kasse noch nicht leer. Mitgliederbeiträge, Spenden und der Erlös des vorigen Sommerfests haben für Einnahmen gesorgt.

Weitere Informationen: eleonore.dietz@gmx.net 07822/6 11 28

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