Kappel-Grafenhausen Frühjahrskonzert: Leid im Krieg musikalisch aufbereitet

Die Grafenhausener Musiker haben sich beim Frühjahrskonzert dem Thema "Krieg und Frieden" gewidmet. Das Publikum zeigte sich mit viel Applaus beeindruckt. Foto: Decoux-Kone

Kappel-Grafenhausen - Mit einem schwierigen Thema haben sich die Musiker des Grafenhausener Instrumentalisten auseinandergesetzt. Ihr Frühjahrskonzert am Samstagabend stand unter dem Titel "Krieg und Frieden".

"Nichts hat die Menschen so sehr geprägt wie die Kriege", nannte Philipp Köbele vom Vorstandsteam einen Grund, sich für das Motto "Krieg und Frieden" entschieden zu haben. Die Musiker vermittelten die vielfältigen Stimmungen ausdrucksstark und überzeugend, entsprechend gab es minutenlangen Applaus, nicht erst am Schluss. Helena Sauter führte gemeinsam mit Raphael Hägle die Gäste durch das Programm.

Posaunen in der ganzen Halle aufgestellt

Im ersten Teil des Abends wurde der Krieg musikalisch aufgegriffen. Begonnen wurde mit der Hymne zu Ehren der Gefallenen ("Hymn to the Fallen"), woraufhin "Das Geheimnis der Weißen Rose – in memoriam Sophie Scholl" gespielt wurde. Das Leid des Kriegs, die Gründung der Widerstandsbewegung und den Kampf gegen die Diktatur drückte sich in diesem temporeichen und dynamischen Stück aus. "Erschrecken Sie nicht, wenn ein Hubschrauber zu nah an Ihnen vorbeifliegt", kündigte Hägle "Inchon" an. Hier ging es um die Landung der amerikanischen Streitkräfte an einem einsamen Strand in Südkorea, der die Wende im Koreakrieg in den 1950-Jahren einleitete. Dafür waren zwölf Schlagzeuger mit den unterschiedlichsten Instrumenten im Einsatz, nicht nur auf der Bühne. In der Mitte des Halle und ganz hinten waren zwei große Pauken aufgestellt. Höhepunkt war, als die zwölf Musiker an den Schlagwerken ihre ganze Batterie aufbrachten und den Kampf mit Trommeln, Pauken, Xylofon und Gong zeichneten. Das Publikum zeigte sich mit stürmischem Applaus beeindruckt.

Erinnerungen an die goldende Ära der 1920er-Jahre

Lang nicht mehr so bedrückend war der zweite Teil. Dort wurde demonstriert, wie schön ein Leben ohne Krieg sein kann. Aaron Copelands "Fanfare the common Man" spielten die Musiker in einer äußerst fetzigen Bearbeitung, hier waren vor allem die Blechbläser im Einsatz. An die sogenannten Goldenen 1920er-Jahre in Berlin erinnerten die Musiker mit "Jazzin’ it up", hier gaben die Saxofonspieler das Thema vor. Dieses Stück spielten die Musiker zu Ehren von Gabriele Hertweck aus dem Vorstandstrio. Sie wurde in der vorangegangenen Hauptversammlung als erste Frau zum Ehrenmitglied ernannt. Das Stück hatte sie sich als Gratulation "statt langer Reden" gewünscht.

Begeistert waren die Zuhörer auch vom Solo eines Schlagzeugtrios beim Lied "Mackie Messer". Der Clou war hier, dass sie ihr Solo auf Holzstühle trommelten, zwischendurch steppten und klatschten. Der Aufforderung "und jetzt alle" folgten die Zuhörer allzu gerne. Nach dem zweistündigen Konzert ließen die Musiker Luftballons in die Hallendecke steigen.

  • Bewertung
    0