Kappel-Grafenhausen Experiment übertrifft die Erwartungen

Perfekt aufeinander abgestimmt: das Orchester aus Grafenhausen und der Chor aus Ihringen Foto: Decoux-Kone Foto: Lahrer Zeitung

Von Irene Bär

Kappel-Grafenhausen. Können Chor und Orchester auf der Bühne harmonieren? Ja, und zwar bestens. Das haben am Samstagabend die Musikkapelle Grafenhausen und der Chor "Intermezzo" aus Ihringen gezeigt.

Mehr als 100 Musiker, Sängerinnen und Sänger gaben gemeinsam mit ihren Dirigenten Steffen Jäger und Johannes Söllner ein mitreißendes Konzert. Der Lohn: minutenlanger Schlussapplaus. Ohne Zugaben durften die Akteure nicht von der Bühne gehen.

Ob Musiker und Sänger Bammel vor dem gemeinsamen Auftritt hatten? Auf jeden Fall war es eine Herausforderung, wie Musikkapellenvorsitzender Philipp Köbele in seiner Begrüßung zum "Experiment" sagte. Für Gastgeber und Gäste war es das erste Konzert dieser Art. Und so wie es sich anhörte, dürfte es vielleicht auch eine Wiederholung geben.

Oft wünscht sich der Zuhörer zum Orchester Stimmen oder umgekehrt Instrumente zum Gesang. Diesen Wunsch haben die Ihringer Sänger und Grafenhausener Musiker unter dem Titel "Orchester meets Chor" bravourös erfüllt. Sie boten ein Programm, in dem Chor und Orchester zum Teil mit Einzelbeiträgen glänzten. Im Vordergrund stand aber das gemeinsame Zusammenwirken. Durchs Programm führten Katrin Person (Grafenhausen) und Rüdiger Dietel (Ihringen). Auftakt war mit englischen Volksliedern, ehe Orchester und Chor mit "Something stupid" die Zuhörer in der vollbesetzten Festhalle zum ersten Mal begeisterte. In seinem Solobeitrag schilderte das Orchester dann in flottem Tempo kraftvoll-dynamisch die Reise von Phileas Fogg in 80 Tagen um die Welt. Bei "The show must go on" stand der Chor im Vordergrund, die Kapelle begleitete.

Nach der Pause ging es mit "Omens of Love" und "Sixteen Tons" weiter. Herrlich fies hörte sich Lied "Tauben vergiften" von Georg Kreisler an. Gefühlvoll interpretiert war ein Stück aus der Oper "Les Misérables". Dass Chor und Orchester Aretha Franklins "Think" genauso auffordernd-bestimmt darbieten können, stellten sie eindrucksvoll unter Beweis. Offizieller Abschluss war mit Frank Sinatras "New York, New York". Dabei zogen Chor und Orchester noch einmal alle Register.

Applaus gab’s am Ende auch für zwei verdiente Musiker: Philipp Köbele und Bürgermeister Jochen Paleit zeichneten den Ehrenvorsitzenden Wolfgang Hägle für 40 und Alfred Hägle für 60 Jahre aktives Muszieren in der Kapelle aus. Beide teilen sich nicht nur Namen, Wohnort und Straße: "Sie stehen beide für Musik als Lebenselixier und Beständigkeit", sagte Paleit. Wolfgang Hägle war Jugendleiter, stellvertretender und zehn Jahre lang Vorsitzender der Musikkapelle. Alfred Hägle hat geholfen, die Jugendarbeit aufzubauen, war Jugendleiter und stellvertretender Vorsitzender.

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