Kappel-Grafenhausen Es fetzt – und zwar vom Feinsten

Immer wieder sorgten Gesangseinlage, hier von Katharina Eckel, für Glanzpunkte beim Konzert in Kappel. Foto: dec Foto: Lahrer Zeitung

Kappel. Für ihr Jahreskonzert vorigen hatte sich die Musikkapelle Kappel ein treffliches Motto ausgesucht: "Musik ist pure Energie", hieß es in der wohl gefüllten Halle zur Begeisterung des Publikums. Den ersten Konzertteil bestritt der Musikverein Riegel mit seiner Dirigentin Katja Wößner. Die kennt man auch als Leiterin der Kappeler Taubergießenschule. Kappels Vorsitzender Thomas Schaefers: "Uns verbindet mit Riegel nicht nur eine Autobahn."

Mit irischem "Lord Tullamore" von Carl Wittrock legten die Gäste vom Rande des Kaiserstuhls zum Einstieg nicht nur rasantes Tempo und viel Dynamik über alle Register vor, sondern zeigten auch leisen Zwischentöne. Mit "Fate of the Gods" von Steven Reineke entwickelte sich dann eine altnordische Götterdämmerung mit schicksalhafter Dramatik zwischen Gut und Böse – und einigen Soli. "Wagner in Rock-Form", ordnete das der mit gehörigem Humor gesegnete Moderator Daniel Kietz treffend ein. Er ist nicht nur seit 33 Jahren Instrumentalist, sondern auch frischer Riegeler Bürgermeister.

Bach-Komposition modern verpackt

Mit Batman-Filmmusik hielten die Riegeler ihr Tempo auch mit abermals geforderten und überzeugenden Schlagwerkern hoch. Es folgte Nostalgie pur mit swingenden "Benny Goodman Memories". Dabei brillierten ebenfalls zahlreiche Solisten, dazu Register mit alten Goodman- Showeffekten wie synchron geschwenkten Instrumenten im Stehen. Nicht minder begeisternd kam beim Publikum das abschließende Potpourri "Elvis in Concert" an. Riegeler Zugaben durften nicht fehlen, schließlich auch die böhmische Polka "Rosamunde" in unverstaubter Blasmusik-Version.

Doch das war längst kein Rausschmeißer. Die Kappeler Musikkapelle stieg nach der Pause zwar mit Bachs Orgelwerk "Toccata in D-Minor ein", allerdings in frischer Version von Jan van Kraedydonck samt gehörigem Tempo. Kurzzusammenfassung: Es fetzte! Auch Dirigent Josef Loosmann hatte sichtlich Freude daran. Und Bach hätte wohl gestaunt, wie seine Kompositionen nach Jahrhunderten modern dramatisch verpackt werden können.

Mit Gabriellas schwedischem Song brachten die Kappeler etwas besinnlicheres Tempo in den Abend, auch wieder mit beeindruckenden Solisten. Doch gleich ging’s mit schwungvoller "Dixieland-Revue" weiter. Moderatorin Tanja Laubis behielt recht: "Musik ist Lebensfreude." Beschwingt kam vom Bodensee das "Salemonia" von Kutz Gäble daher, dann wechselte die Kappeler Kapelle zu Häuptling Winnetou, mit Martin Bröttchers Thema bis zum Tod des Filmhelden.

Die Filmmusik "Children of Sanchez" zwischen Jazz und Pop packte nicht minder, mit weiteren Solisten tempostark dramatisiert. Als letzte Zugaben gab’s schließlich noch das Land Tirol mit volkstümlichem Treuehalten und dem höchst schmissigen Deutschmeister-Regimentsmarsch der vergangenen österreich- ungarischen Kaisermonarchie.

  • Bewertung
    0