Kappel-Grafenhausen Es brummt, summt und krabbelt

Kappel-Grafenhausen (red/fx). Unter dem Motto "Zählen, was zählt" startet der Nabu die zweite Runde seines Projekts "Insektensommer". Es ist laut Ankündigung die erste bundesweite Insektenzählung in Deutschland. Naturfans sind bis zum 12. August aufgerufen, das Summen, Brummen und Krabbeln in ihrer Umgebung zu beobachten und unter www.insektensommer.de online zu melden.

"Ziel des Insektensommers ist es, auf die enorme Bedeutung der Insekten aufmerksam zu machen und für den Schutz dieser Tiergruppe zu sensibilisieren", sagt Gabriele Weber-Jenisch von der Nabu-Naturschutzstation Taubergießen. "Jeder kann mithelfen, Daten zur Artenvielfalt und Häufigkeit der Insekten zu sammeln. Jedes Insekt zählt." In Deutschland gibt es nach Schätzungen 33 000 Insektenarten. Über die meisten liegen noch keine Daten vor.

Auf 16 Arten gilt es, besonders zu achten

Beobachten und zählen kann man fast überall: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss. Das Beobachtungsgebiet soll nicht größer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standpunkt aus. Gezählt wird eine Stunde lang.

Egal ob Blattlaus, Fliege oder Schmetterling ­– jeder Sechsbeiner soll gemeldet werden. Auf 16 in Deutschland häufig vorkommende Arten soll dabei aber besonders geachtet werden. Darunter sind vier Tagfalter (Admiral, Tagpfauenauge, Schwalbenschwanz, Kleiner Fuchs), drei Wildbienen (Ackerhummel, Steinhummel, Holzbiene), zwei Käfer (Asiatischer Marienkäfer, Sieben-Punkt-Marienkäfer) zwei Wanzen (Lederwanze, Streifenwanze), die Hainschwebfliege, die Florfliege, die Blutzikade und die Blaugrüne Mosaikjungfer als Libellenart sowie das Grüne Heupferd als Laubschrecke.

"Der optimale Tag, um viele Insekten zu sehen, ist ein sonniger, warmer, trockener und windstiller Tag. Eine gezielte Erkundungstour ist für jeden schon auf kleinstem Raum möglich, wie zum Beispiel der Blick in die Blumentöpfe", so Weber-Jenisch.

Laut Nabu sind Insekten unverzichtbar für das Ökosystem, tragen zur Vermehrung von Pflanzen sowie zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. Studien zeigten, dass die Insekten in Deutschland deutlich zurückgehen. Intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und die Ausräumung der Landschaft sind nur einige Gründe für den Insektenschwund.

Die Daten der Zählaktion "Insektensommer" werden in Zusammenarbeit mit der Online-Plattform www.naturgucker.de erfasst. Die Ergebnisse sollen laut Nabu nach der Auswertung zeitnah veröffentlicht werden.

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