">

Kappel-Grafenhausen "Erwarten schnelles Verfahren"

Kappel (mut). Auch wenn sich in der Sache, wie berichtet etwas tut: Der Wasserversorgungsverband (WVV) Kappel-Grafenhausen-Rust möchte nicht länger auf die Genehmigung des dritten Tiefbrunnens des Nachbarverbands Südliche Ortenau Ringsheim-Ettenheim in den Elzwiesen warten.

 

Zwei Tiefbrunnen im Feinschießen und einer in Kappel versorgen Ettenheim, Ringsheim, Kappel-Grafenhausen, Rust und Mahlberg mit mehr als 1,5 Millionen Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr. Ziel ist nun ein weiterer Brunnen, um den Bedarf mit zwei Millionen Kubikmetern bis zum Jahr 2030 sicher zu stellen. Derzeit beziehen Rust und Kappel-Grafenhausen rund 300 000 Kubikmeter Trinkwasser aus dem WVV Südliche Ortenau Ringsheim-Ettenheim.

Bei seiner Sitzung im Kappeler Rathaus stimmte der WVV Kappel-Grafenhausen-Rust dafür, in die zweite Verfahrensstufe einzutreten. Das Ingenieurbüro GIT Hydros Consult aus Freiburg soll einen möglichen Standort im Bereich des bestehenden Brunnens im Daslacher Feld zwischen Kappel und Grafenhausen erkunden. Kosten: 56 000 Euro.

800 000 Euro sind veranschlagt

Probleme wie beim dritten Tiefbrunnen des Nachbarverbands werden nicht erwartet, wie Verbandsvorsitzender Jochen Paleit bemerkte. Wegen unzureichender Datenlage wird zugleich ein Grundwassermonitoring mit Kosten von 21 500 Euro gemacht. Das Vorkommen von Eisen und Mangan wird im Fokus der Untersuchung stehen. Sie soll im März 2018 abgeschlossen sein, wie Ingenieur Stephen Schrempp ausführte. Weitere 12 000 Euro investiert der Verband in die Einleitung eines Wasserrechtsverfahrens. Die Gesamtkosten der Erschließung des zweiten Brunnens werden mit rund 800 000 Euro veranschlagt. Der Standort sei nicht hochproblematisch, meinte Rusts Bürgermeister Kai-Achim Klare, deshalb erwarte er ein schnelles Verfahren, der naturschutzrechtliche Eingriff sei marginal, ergänzte Paleit.

Zudem stimmte der Verband der Jahresrechnung 2016 zu. Der Abschluss weist laut den Zahlen von Hans-Peter Zeller ein Volumen von 338 000 Euro aus, 295 000 Euro im Erfolgs-, 43 000 Euro im Vermögensplan. Der Jahresverbrauch lag bei rund 845 000 Kubikmetern. Rund 73 Prozent des Trinkwassers bezog Rust, den Rest Kappel-Grafenhausen. Da sich die Betriebskostenumlage am Wasserbezug orientiert, hatte die Gemeinde Rust rund 320 000 Euro an Umlagen zu zahlen, die Kappel-Grafenhausen rund 21 000 Euro. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten lagen bei rund 503 000 Euro. Das Anlagevermögen betrug zum Jahresende rund 655.000 Euro.

  • Bewertung
    1