Kappel-Grafenhausen Entwässerung beschäftigt Gremium in vielerlei Hinsicht

Auch bei der Erweiterung der Ferdinand-Ruska-Schule stellt die Entwässerung eine Herausforderung für die Planer dar. Foto: ale Foto: Lahrer Zeitung

Kappel-Grafenhausen (mm). Gleich zu mehreren Tagesordnungspunkten referierte Architekt Ralf Liebold vom Freiburger Ingenieurbüro Unger bei der Gemeinderatssitzung in Kappel-Grafenhausen. Stets Thema: Entwässerung.

Für die längst beschlossenen Sanierungsmaßnahmen in der Leonard-Linkow-Straße lagen nun die Ausschreibungsergebnisse vor, erwartungsgemäß teils deutlich über den vor zwei Jahren geschätzten Kosten. Liebold erläuterte nochmals die vorgesehene Abwasserkanalsanierung einschließlich Hausanschlüssen und einer kompletten Erneuerung der Frischwasserleitungen samt mitverlegten Internet-Leerrohren (wir berichteten). Das Ganze soll, beschloss der Gemeinderat nun einstimmig, die Biberacher Baufirma Knäble als günstigster Anbieter für knapp 218 000 Euro erledigen. Und weil dadurch zwangsläufig viele einzelne Straßenlöcher entstehen, wird später gleich noch die bisherige Asphaltdecke auf rund 11 000 Quadratmetern abgefräst und komplett erneuert. Im Haushalt stehen vorsichtshalber 255 000 Euro bereit. Das sollte trotz der aktuell großen Auslastung der Baufirmen reichen, hofft Leibold. Die Maßnahme im Straßen- Untergrund soll rund zwei Monate dauern. Dabei haben Hausbesitzer Gelegenheit, ihre eigenen Kanalanschlüsse gleich mitzusanieren.

Beim Neubau der Kita in Kappel hat das beauftragte Ruster Architekturbüro Erny nun vorgeschlagen, für die künftige Entwässerung einen Fachplaner hinzuzuziehen.

Finanziell liegt bislang noch alles im Rahmen

Die sei nämlich "mit komplizierten Randbedingungen nicht ganz einfach", so Leibold. Es müsse geklärt werden, wie man mit den Abwässern am geschicktesten an den Hauptkanal komme. Die Räte beschlossen einstimmig, das Ingenieurbüro Unger mit der Planung für die Grundstücksentwässerung zu beauftragen. Thorsten Luick vom Bauamt beruhigte: Der Haushaltsplanansatz für den Kita-Neubau käme derzeit "noch nicht vollumfänglich zum Tragen", weshalb die wasserplanerischen Mehrkosten (rund 8700 Euro) "Berücksichtigung finden könnten, notfalls im nächsten Jahr".

Für die ebenfalls vom Ruster Architekturbüro Erny geplanten Erweiterungen an der Ferdinand-Ruska-Schule (wir berichteten) haben sich ebenfalls Probleme bei der künftigen Grundstücksentwässerung ergeben. Die habe sich, erklärte Luick, mit ihren "Randbedingungen als sehr anspruchsvoll erwiesen", weil die vorhandene Ortskanalisation keine ausreichende Leistungsfähigkeit besitze und gleichzeitig hohe Grundwasserstände eine Regenwasserversickerung sehr schwierig machen dürften. Überdies müssten einige Abwasserleitungen erneuert oder umverlegt werden. Problem: Derzeit können für entsprechende Ingenieuruntersuchungen und daraus folgende Sanierungsmaßnahmen noch keinerlei Kosten abgeschätzt werden. Dennoch soll, beschloss der Gemeinderat einstimmig, das Ingenieurbüro Unger damit beauftragt werden, die schwierige Grundstücksentwässerung auf Stundenhonorarbasis zu planen. Noch nicht feststehende Mittel dafür müssen im laufenden Gemeindehaushalt außerplanmäßig bereitgestellt werden.

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