Kappel-Grafenhausen Endlich wieder öffentlich auftreten

Rudi Rest

Konzert: Kapelle Grafenhausen begeistert mit modernen und klassischen Stücken / Alfred Hägle ausgezeichnet

Beim zweiten Open-Air-Herbstkonzert der Musikkapelle Grafenhausen haben die Zuhörer neben traditioneller Blasmusik auch unterhaltsame und moderne Musik zu Gehör bekommen. Zudem gab es noch eine ganz besondere Ehrung.

Kappel-Grafenhausen. Bei anfangs noch etwas frostigen Temperaturen erlebten die Gäste ein abwechslungsreiches musikalisches Programm. Aus einem umfassenden Repertoire hat es Dirigent Steffen Jäger mit seinen 53 Musikerinnen und Musikern wieder einmal verstanden, trotz Corona-Zeiten die Konzertbesucher mit Musikdarbietungen zu begeistern. Seit Ende Juni ist es möglich unter besonderen Maßnahmen wieder zu spielen und zu proben, erklärte die Vorsitzende Gabriele Hertweck in ihrer Begrüßungsrede. Die Liebhaber der Blasmusik kamen so an diesem Morgen voll auf ihre Kosten – ob bei der Polka dem Böhmischen Traum, Kaiserin Sissi oder die Laubener Schnellpolka.

Auch gesangliche Einlagen gab es

Zu weiteren Stücken zählten "The Saints", "Hallelujah", bei dem auch rhythmisch mitgeklatscht wurde, sowie verschiedene populäre Stücke von James Last. In die Zeit der Romantik wurde man beim "Ungarischen Tanz" von Brahms zurückversetzt. Mit "The Best of Red Hot Chili Peppers" und den Hits der deutschen Popsängerin Nena hatten die Musiker auch Modernes mit im Gepäck.

Dass Dirigent Steffen Jäger ein Multitalent ist, wurde dann auch mit den gesanglichen Einlagen des Orchesters bewiesen. Den Spaß und die Begeisterung der Musikerinnen und Musiker konnte man sprichwörtlich mit ansehen, welche gerade in dieser Zeit die Bühne und das Publikum brauchen. Mit dem Stück "Das macht die Berliner Luft" wurde ein zweistündiges, kurzweiliges Herbstkonzert beendet. Und so wurde trotz Corona und erschwerten Bedingungen ein abwechslungsreiches Programm geboten, das die Zuhörer mit reichem Applaus belohnten.

Beim Herbstkonzert der Musikkapelle Grafenhausen stand auch eine besondere Ehrung auf dem Programm. Nach dem ersten Musikstück, das Alfred Hägle (81Jahre) noch mitspielte, folgten die Ehrung und seine Verabschiedung. In einer Laudatio würdigte die Vorsitzende Gabriele Hertweck die Verdienste von Ehrenmitglied Hägle, der seit 65 Jahren in der Kapelle spielte. Ein geselliger, treuer und ehrlicher Musiker der in dieser langen Zeit viel Spaß am musizieren hatte, hob Hertweck hervor. Hägle spielte die Klarinette, Tenorsax und zuletzt die Bassklarinette. Von 1973 bis 1981 war er Jugendleiter und von 1982 bis 1991 zweiter Vorsitzender. Mit seinem 65 Jahren aktiven Spielen wird Hägle als einer der am längsten aktiven Musiker in Erinnerung bleiben. "Mit viel Herzblut, Engagement und der musikalische Fortschritt lag ihm in all den Jahren immer zum Wohl der Kapelle, sehr am Herzen", so Hertweck. Ein Weingläserset und ein Erinnerungsalbum mit Beiträgen aus dem Musikerleben wurden als Dank überreicht. Stellvertretend für den Blasmusikverband Ortenau überbrachte Bürgermeister Jochen Paleit die Glückwünsche. "Vor 65 Jahre hat Alfred Hägle mit dem musizieren Lebensfreude in der Ort gebracht, von dem man bis zum heutigen Tag noch profitiere", so Paleit und überreichte Urkunde und Weinpräsent. "C’est la vie – so ist das Leben", mit diesen Worten bedankte sich Hägle: "Das Leben und das meiner Mitmenschen habe ich durch das spielen eines Musikinstrumentes versucht schön zu gestalteten, das letztlich auch zu meinem Hobby wurde." Der Dank galt dabei auch an seine Ehefrau Hannelore und der Familie.