Kappel-Grafenhausen Eindrucksvolle Heimat erleben

Eindrucksvolle Bilder liefert der Kurzfilm die "Wilde Weiden Taubergießen". Screenshot: Video

Kappel-Grafenhausen - Nun können die "Wilden Waldweiden Taubergießen" auch aus der Ferne im Internet bewundert werden. Ein sechsminütiger Film ist ab sofort aufrufbar und vermittelt Einblicke in das bundesweit unter Naturspezialisten bekannte Projekt. Seit mehr als einem Jahr tummeln sich am Kappeler Rheinauen- Ortsrand auf rund 70 Hektar Waldfläche und 30 Hektar benachbarter Weiden zahlreiche robuste Salers-Rinder und einige Konik-Pferde ganzjährig in freier Natur (wir berichteten). Kappel-Grafenhausens Bürgermeister Jochen Paleit nahm die Pressevorstellung des neuen Kurzfilms zum Anlass, die Geschichte dieser wiederbelebten Weiden zu skizzieren, wie sie im Taubergießenwald noch vor 170 Jahren üblich gewesen waren.

Forstrevierleiter Bernhard Göppert begleitet die zunehmende Auslichtung und Umpflanzung des bislang dichten Weidewaldes und stellt gleichermaßen wie Regina Obermann vom Landschaftserhaltungsverband fest, dass sich dort schon jetzt zahlreiche positive Folgeerscheinungen ergeben haben. Bernhard Ihle vom Verein "Wilden Waldweiden Taubergießen" (WWT), der ehrenamtlich das Projekt unterstützt, freut sich ebenfalls über die aktuell deutlich größere Artenvielfalt in Flora und Fauna. Verschwundene Neuntöter, Wendehälse und Wiedehöpfe beginnen vereinzelt wieder, die Vogelwelt im Naturschutzgebiet zu bereichern.

Vor zwei Jahren begann das Filmprojekt

Schon jetzt ist es eine Projekt-Erfolgsgeschichte, wie auch Lahrs Forstbezirksleiter Hans-Georg Pfüller bei der Vorstellung des Kurzfilms feststellte. Landwirt Tilman Windecker, zuständig für diskrete Betreuung der Weidetiere, berichtet von ganz frischem Nachwuchs bei den Freiland-Rindern, der sich nun mit sprießendem Grün satt und größer fressen werden.

Der Kappeler Thomas Kaiser ist schon seit 20 Jahren als nebenberuflicher Naturfotograf mit vielen Bücher-Veröffentlichungen tätig. Doch vor zwei Jahren begann er als Ortsansässiger zusätzlich, den beginnenden Umbau des Waldes auch filmisch zu begleiten.

An bis zu zwei Tagen wöchentlich streifte Kaiser ganzjährig nicht nur auf der Rinder- und Pferdepirsch durch das Gelände, sondern spürte auch wieder erschienene Feldhasen, Laubfrösche oder Zauneidechsen auf, samt artenreich gewordener Pflanzenwelt. Die Kurzauswahl aus Kaisers umfangreichem Drehmaterial begeistert mit professionell-künstlerischen Aufnahmen von dampfendem Pferdeatem im Winterschnee bis schattenwerfenden Rindern aus per Drohne erreichten Höhen.

Schnitt, Musikuntermalung und Sprecherinnen-Kommentare aus dem Off sind aus einem Guss gelungen: Optisch ein absoluter Augenschmaus, atmosphärisch sehr dicht und ruhig samt herrlicher Totalen und Nahaufnahmen. Und das bei einem, so Bürgermeister Paleit ein wenig entschuldigend, sehr "kleinem und überschaubaren Budget" aus der Gemeindekasse.

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